Heute ist der 30. Juni 2026, und die Stadt Aalen hat sich versammelt, um Abschied zu nehmen von einem großen Künstler und Freund. Ingo Hug, der künstlerische Leiter des berühmten Aalener Jazzfestes, verstarb unerwartet am 28. Mai im Alter von 62 Jahren. Rund 200 Teilnehmer kamen zur Trauerfeier, darunter Familie, Freunde, Musiker und Ehrenamtliche, die allesamt Hugs kreativen Geist und seine Leidenschaft für Jazz und Wein würdigten.

Die Trauerrede von Michael Stäbler war bewegend. Er sprach von Hugs Kreativität, Spontanität und Ausdruckskraft, die nicht nur die Musikszene, sondern auch die gesamte Kulturszene in Aalen geprägt haben. Hugs Engagement war unermüdlich; er gründete 1989 den Verein Kunterbunt, der das Aalener Jazzfest ins Leben rief. Dieses Festival entwickelte sich zu einem der renommiertesten in Deutschland, mit Weltstars wie Ray Charles, Al Jarreau und B.B. King, die alle auf der Bühne standen.

Ein Vermächtnis in Tönen

Franz Donner, der Vorsitzende von Kunterbunt, bezeichnete Hug als „Jazzrebel“ mit hohen musikalischen Ansprüchen. Und das ist nicht übertrieben! Unter Hugs Leitung fanden zahlreiche herausragende Konzerte statt. Künstler wie Archie Shepp, David Murray und Herbie Hancock traten auf und hinterließen bleibende Eindrücke. Es ist kein Wunder, dass das Jazzfest, das seit seiner Premiere 1992 jährlich Anfang November stattfindet, mittlerweile einen festen Platz auf der Weltkarte des Jazz einnimmt. Die erste Ausgabe des Festivals war bereits ein voller Erfolg, mit Acts wie den Brecker Brothers und der SDR Bigband.

Nach der Trauerfeier fand ein Gedenkkonzert im „Room“ statt – einem Ort, den Hug oft besuchte und der nun ebenfalls in seinem Andenken weitergeführt wird. Rund 80 Trauergäste nahmen an diesem Konzert teil, das musikalisch begleitet wurde. Hier wurden Wein, Kondolenzbücher und Fotos von Hugs Wirken angeboten. Es war eine Art familiäre Zusammenkunft, ein Rückblick auf die Zeit und das Lebenswerk eines Mannes, der nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch zur Geselligkeit lebte.

Ein Blick in die Zukunft

Im November 2023 steht das 35. Aalener Jazzfest an – ein Event, das in Gedenken an Ingo Hug stattfinden wird. Das Konzertprogramm wird nicht nur die gewohnten Klänge, sondern auch die Atmosphäre, die Hug so sehr liebte, einfangen. Es ist eine Möglichkeit, sein Erbe weiterzuführen und die nächsten Generationen für Jazz zu begeistern. Hug hatte stets die Vision, dass das Festival ein Ort der Begegnung und des kreativen Austauschs sein sollte, und diese Vision wird nun von seinen Weggefährten weiterhin getragen.

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Die Stadt Aalen hat Hug 2017 mit der Großen Ehrenplakette in Silber ausgezeichnet, ein Zeichen der Wertschätzung für seine unermüdliche Arbeit. Oberbürgermeister Thilo Rentschler lobte ihn als „Kulturmacher mit einer Strahlkraft über die Region hinaus“. Hugs Einfluss war und bleibt spürbar, nicht nur in der Stadt, sondern auch in der gesamten Jazzszene Deutschlands. Mit seiner Leidenschaft und Hingabe hat er einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der in den Herzen vieler weiterlebt.

Für diejenigen, die mehr über die Lage des Jazz in Deutschland erfahren möchten, gibt es weitere Informationen auf der Webseite der Deutschen Jazzunion.

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