In einem erschütternden Vorfall während eines Fußballspiels in Deutschland erlitt ein Schiedsrichter einen Herzinfarkt. Dies geschah während eines Kreisliga-A1-Spiels zwischen der SG Bettringen II und dem TV Herlikofen. Der Schiedsrichter brach plötzlich zusammen, als ein Freistoß ausgeführt wurde. Sofortige Erste Hilfe wurde von Spielern geleistet, die beim Roten Kreuz aktiv sind. Ein Defibrillator, der aus einer benachbarten Halle geholt wurde, kam vier Mal zum Einsatz, um das Leben des Schiedsrichters zu retten.
Der Notarzt und ein Rettungswagen trafen kurz nach dem Vorfall ein und brachten den Schiedsrichter zur Erstversorgung ins Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Aktuell befindet sich der Schiedsrichter im künstlichen Koma; mehrere Stents wurden eingesetzt, um seine Herzfunktion zu stabilisieren. Ursprünglich war geplant, ihn am Montag aus dem Koma zu holen, jedoch wurde dieser Termin nun auf Mittwoch verschoben. Ärzte entschieden sich zudem, den Patienten zu kühlen, um mögliche Schäden zu minimieren. Die Familie des Schiedsrichters bleibt optimistisch, auch wenn Geduld gefragt ist.
Abbruch des Spiels und Reaktionen
Das Spiel wurde sofort abgebrochen, und auch das folgende Bezirksliga-Spiel fand nicht statt. Die bedrückte Stimmung auf dem Platz war spürbar; viele Spieler dachten in diesem Moment an verstorbene Personen. Die SG Bettringen dankte allen Helfern für ihre schnelle und professionelle Unterstützung. Die Vereinsführung plant, mit den Spielern zu sprechen und ihnen Unterstützung anzubieten. Trotz des Vorfalls wird der Trainings- und Spielbetrieb der SG Bettringen fortgesetzt, die nächsten Spiele sollen wie gewohnt stattfinden.
Relevanz von Defibrillatoren im Sport
Die Bedeutung von Defibrillatoren im Sport wird durch diesen Vorfall erneut unterstrichen. Im Frühjahr 2026 gab es beispielsweise zwei Fälle von plötzlichem Herzstillstand bei Marathonläufern in Deutschland, bei denen beide Überlebende waren. Schnelles Eingreifen von ausgebildeten Helfern und der Einsatz von Defibrillatoren waren entscheidend für das Überleben. Laut der Deutschen Herzstiftung sterben jährlich rund 900 Sportler am plötzlichen Herztod. Die Inzidenz plötzlicher Herztode liegt international zwischen 0,7 und 3 pro 100.000 Athleten pro Jahr.
Gerade bei jungen Sportlern sind genetische oder angeborene Herzerkrankungen häufig, während bei über 35-Jährigen 80% der Fälle auf koronare Herzerkrankungen zurückzuführen sind. Eine Studie an US-amerikanischen High Schools zeigte, dass die Überlebensrate bei kardialen Notfällen mit einem Notfallplan und einem automatisierten externen Defibrillator (AED) bei 64% liegt. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Sportvereine gut ausgerüstet sind und über ausgebildete Helfer verfügen. Der Einsatz von AEDs kann die Überlebenswahrscheinlichkeit bei plötzlichem Herzstillstand signifikant erhöhen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema und zur Bedeutung von Defibrillatoren im Sport kann die Quelle hier eingesehen werden.