In Aalen, einer Stadt, die sich durch ihr Engagement für die öffentliche Versorgung auszeichnet, gibt es derzeit große Neuigkeiten. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, zwei Ausfallbürgschaften in Höhe von jeweils bis zu 5,6 Millionen Euro für die Stadtwerke zu übernehmen. Diese Entscheidung ist von großer Bedeutung, da die Bürgschaften notwendig sind, um den Stadtwerken zu ermöglichen, Kredite für dringend benötigte Investitionen aufzunehmen. Insgesamt handelt es sich um zwei Darlehen über jeweils sieben Millionen Euro, die bei der Kreissparkasse Ostalb und der Deutschen Kreditbank aufgenommen werden sollen. Die Bürgschaften decken 80 Prozent der jeweiligen Kreditsumme ab und sind Voraussetzung für die Kreditvergabe. Wenn man bedenkt, dass die Stadtwerke Aalen vor hohen Investitionen in die Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie in die Fernwärme stehen, ist diese Unterstützung der Stadt absolut nachvollziehbar.
Für 2023 haben die Stadtwerke Investitionen in Höhe von rund 18 Millionen Euro eingeplant. Darunter sind auch vier Millionen Euro für ein neues ERP-System, das die Effizienz der Betriebsabläufe erheblich verbessern soll. Oberbürgermeister Frederick Brütting stellte in den laufenden Gesprächen mit den Banken die Notwendigkeit dieser Bürgschaften klar. Claus Albrecht von den Freien Wählern forderte im Gemeinderat, die Konditionen der Darlehen genau zu beobachten und gegebenenfalls nachzuverhandeln. Geschäftsführer Michael Schäfer bestätigte, dass die Zinssätze intensiv geprüft und verhandelt werden, wobei die Kreissparkasse ein Annuitätendarlehen mit 20 Jahren Laufzeit und zehn Jahren Zinsbindung zu einem Zinssatz von 4,67 Prozent anbietet. Die Deutsche Kreditbank liegt mit 4,47 Prozent nur leicht darunter. Beide Angebote sind jedoch unter dem Vorbehalt möglicher Anpassungen je nach Kapitalmarktentwicklung.
Hintergründe und Herausforderungen
Die Situation, in der sich die Stadtwerke Aalen befinden, ist alles andere als neu. Mit einem Defizit von rund 17 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024 müssen die Stadtwerke auf eine lange Vorgeschichte an Problemen zurückblicken, die unter anderem durch Fehler im Energieeinkauf und Managementprobleme verursacht wurden. Diese Schwierigkeiten führten zur fristlosen Entlassung des Geschäftsführers Christoph Trautmann im Dezember 2024. Der Druck auf die Stadtwerke wächst, nicht nur um ihre finanzielle Stabilität zu sichern, sondern auch um notwendige Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Diese sind essenziell für die Zukunft der Stadt und der Region.
Die Stadtwerke planen große Um- und Aufrüstungen in den Bereichen Wärme und Strom. Dazu gehört die Erneuerung und Erweiterung von Verteilungsanlagen, Investitionen in Telekommunikation und Netzübernahme in Teilorten. Diese Maßnahmen sind nicht nur wichtig für die Infrastruktur, sondern auch für die Erreichung der Klimaziele. Ein weiteres Darlehen von 4,5 Millionen Euro wird benötigt, das die Kreissparkasse Ostalb ebenfalls nur mit einer städtischen Bürgschaft genehmigen wird. Der Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss hat daher einstimmig eine städtische Ausfallbürgschaft von maximal 3,6 Millionen Euro empfohlen. Aktuell hat die Stadt Aalen Ausfallbürgschaften in Höhe von 29,55 Millionen Euro, und im laufenden Jahr kommen weitere Bürgschaften von maximal 2,64 Millionen Euro hinzu.
Investitionen und die Zukunft
Ein weiterer Aspekt, der die Stadtwerke Aalen betrifft, ist der geplante Verkauf ihrer Geschäftsanteile an der Kraftwerksgesellschaft Unterkochen GmbH (KGU) an Munksjö, mit einem Verkaufspreis von rund 2,91 Millionen Euro. KGU wurde 2006 gegründet und ist für die Erzeugung und Lieferung von elektrischer Energie, Wärme und Erdgas in Aalen zuständig. Solche Schritte sind notwendig, um die finanzielle Basis zu stärken und zukünftige Investitionen zu ermöglichen.
All diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends, den man in vielen Städten beobachten kann. Laut einer Umfrage von PwC und dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) besteht ein erheblicher Investitionsbedarf für Klimaschutz und die Energiewende. Kommunale Unternehmen, wie die Stadtwerke Aalen, spielen dabei eine zentrale Rolle, decken jedoch im Schnitt nur 30 Prozent ihres Investitionsbedarfs durch Innenfinanzierung. Das bedeutet, dass der Bedarf an neuen Eigenkapitalquellen dringend vorhanden ist. In Anbetracht der Herausforderungen, vor denen die Stadtwerke stehen, ist es nicht nur wichtig, die aktuellen Probleme zu lösen, sondern auch strategisch in die Zukunft zu investieren.