In der Region Bodensee-Oberschwaben tut sich gerade einiges im Bereich der Immobilien, besonders wenn es um die älteren Einfamilienhäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren geht. Diese oft großflächigen Bauten sind nicht nur schlecht gedämmt, sondern haben auch veraltete Heizungen, die schon längst aus der Zeit gefallen sind. Auf dem Immobilienmarkt werden solche sanierungsbedürftigen Häuser zunehmend sichtbar, obwohl eine große Welle noch nicht angekommen ist. Thomas Beyerle, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Biberach, warnt jedoch vor einer „großen Bugwelle“, die ab 2030 auf uns zukommen könnte. Der Grund? Demografische Veränderungen, die einfach nicht aufzuhalten sind. Die Frage, die sich dabei stellt: Wie wird sich der Wert dieser Immobilien entwickeln, insbesondere mit den bevorstehenden Gesetzesänderungen zu Heizungs- und Energiefragen? Besonders in ländlichen Gebieten könnte das den Wert der Häuser herabsetzen.

Forschungsprojekt zur Energieeffizienz

Die Hochschule Biberach hat ein spannendes Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das sich genau mit diesen Herausforderungen auseinandersetzt. Unterstützt vom Bund mit fast einer Million Euro über drei Jahre, zielt das Projekt darauf ab, die Energieeffizienz und die Nutzung von Wohnraum in älteren Häusern zu verbessern. Sechs Professoren aus den Bereichen Architektur, Haustechnik und erneuerbare Energien arbeiten zusammen, um ein Modell zu entwickeln, das zeigt, wie mit geringem Aufwand hohe Erträge erzielt werden können – sowohl ökonomisch als auch energetisch. Städte wie Tübingen und Experten für Energie, Digitalisierung und nachhaltige Gesellschaftsentwicklung sind ebenfalls beteiligt. Das Ziel? Eine Blaupause zur Ertüchtigung älterer Häuser, die mehr Wohnraum und Energieeffizienz schafft. Beyerle spricht sogar von einem Modell für einen „Umbauturbo“.

Während der Gebäudesektor in Deutschland weiterhin die Emissionsziele überschreitet, gibt es auch positive Entwicklungen. Laut dem Dena-Gebäudereport könnte die Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 machbar sein. Der Bericht liefert aktuelle Daten zu Gebäudebeständen, Wärmeerzeugern und Baustoffen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass über fünf Millionen Heizungen älter als 30 Jahre sind! Hier liegt also ein enormes Potenzial für energetische Sanierungen, die nicht nur das Klima entlasten, sondern auch als Konjunkturimpuls wirken könnten.

Der Weg zur Wärmewende

Die Dringlichkeit ist groß: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis zum 30. Juni 2026 Wärmepläne vorlegen. Das zeigt, wie wichtig die kommunale Wärmeplanung für die Wärmewende ist. Auch der Zubau von Photovoltaik auf Hausdächern hat zwar an Tempo verloren, dennoch gibt es Fortschritte im Speichermarkt, der mit rund drei Gigawatt-Peak neu installierter Leistung bis September aufwartet. Wärmepumpen, die in den letzten 25 Jahren das am schnellsten wachsende Heizungssystem geworden sind, haben ihren Anteil im Gebäudebestand seit 2019 auf 4,3% erhöht. Das ist doch ein Lichtblick, oder?

Die Frage bleibt, wie die Bauwirtschaft und die Heizungs- sowie Gebäudeenergiebranche, die volkswirtschaftliche Motoren sind, mit diesen Herausforderungen umgehen werden. Die Notwendigkeit eines Bürokratieabbaus und stabiler Rahmenbedingungen wird von Corinna Enders, der Dena-Geschäftsführerin, eindringlich betont. Es ist klar: Der Markt für energetische Sanierungen bleibt hoch, und die Zahl geförderter Energieberatungen ist im letzten Jahr um 30% gestiegen.

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Insgesamt stehen wir an einem spannenden Wendepunkt. Die Entwicklungen in der Immobilienwirtschaft und die Forschung an der Hochschule Biberach könnten nicht nur das Gesicht der Region verändern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte entwickeln werden und welche Lösungen sich aus diesem Forschungsprojekt ergeben.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Gebäudesektor kann die detaillierte Analyse im Dena-Gebäudereport nachgelesen werden: Dena-Gebäudereport.