Kronenfest der Kreisgruppe Böblingen feiert Gemeinschaft und Tradition
Am 4. Juli feierte die Kreisgruppe Böblingen ihr Kronenfest, und das bei strahlendem Sommerwetter! Die Veranstaltung brachte zahlreiche Gäste zusammen und bot eine wunderbare Gelegenheit, die Gemeinschaft, den christlichen Glauben und das siebenbürgisch-sächsische Kulturerbe zu feiern. Über 35 Trachtenpaare nahmen am festlichen Aufmarsch teil. Erster Vorsitzender Daniel Henning und die stellvertretende Vorsitzende Judith Kaiser begrüßten alle herzlich, und das Fest begann traditionell mit einem Gebet, um Gottes Segen und Schutz für Mensch und Natur zu bitten. Zu den Ehrengästen gehörten unter anderem Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz sowie Sven Reisch vom Amt für Kultur und Landtagsabgeordneter Albrecht Stickel, die das ehrenamtliche Engagement der Kreisgruppe und die Bedeutung des Kronenfestes würdigten.
Ein Höhepunkt des Festes war die Kronenbesteigung durch Altknecht Daniel Keck, der nicht nur die Krone erklomm, sondern auch Süßigkeiten von der Krone herabwarf – ein Spaß für Groß und Klein. Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Siebenbürger Blaskapelle Böblingen unter der Leitung von Dieter Tartler. Und auch die Auftritte der Kinder-, Jugend- und Erwachsenentanzgruppen fanden großen Anklang. Besonders bemerkenswert war, dass 18 Jugendliche aus Deutschland, Rumänien, Kanada und den USA am internationalen Föderationsjugendlager teilnahmen. Diese Gruppe studierte spontan einen Tanz ein, den sie beim Kronenfest vorführten – das war einfach nur toll!
Tradition mit Wurzeln
Das Kronenfest hat eine lange Tradition in Siebenbürgen und wurde erstmals 1764 von Martin Felmer erwähnt. Ursprünglich wurde es am Johannistag (24. Juni) oder zu Peter und Paul (29. Juni) gefeiert und hat seine Wurzeln wahrscheinlich in vorchristlichen Sonnenwendfeiern. Bis in die frühen 1990er Jahre blieb das Fest in einigen Dörfern im „Alten Land“ als Erntebittfest erhalten. In den letzten Jahren erlebte es jedoch eine Wiederbelebung, die immer mehr Gemeinden anzieht. Im Jahr 2010 wurden Kronenfeste in verschiedenen Gemeinden gefeiert, darunter Kerz, Malmkrog, Neppendorf, Scholten und Batiz.
Die Grundelemente des Kronenfestes sind das Aufstellen eines gehobelten Stammes, der mit einer von Frauen gebundenen Blumenkrone geschmückt wird – eine ganz besondere Tradition, die je nach Ort variiert. Ein Jugendlicher klettert zur Krone und hält eine Predigt, die früher ein „Vivat“ auf den Pfarrer war, heute aber oft eine Begrüßung ist. Das Fest hat sich im Laufe der Jahre von einem Erntefest zu einem Symbol der sächsischen Identität gewandelt und zieht Besucher aus anderen Gemeinden und dem Ausland an. Es beinhaltet nicht nur Tanzgruppen und Chöre, sondern auch die typischen Würstchenbuden und Getränkestände, die zur Feststimmung beitragen.
Ein Fest der Gemeinschaft
Das Kronenfest ist nicht nur ein Fest, es ist ein lebendiger Ausdruck der siebenbürgisch-sächsischen Kultur. Es umfasst viele Bräuche, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. So beispielsweise das „Baumbesteigen“, das nach der Vertreibung entstanden ist und traditionell am Kirchenplatz gefeiert wird. Der Baum, der aufgestellt wird, ist oft zwischen vier und zwanzig Metern lang und wird von den Burschen gefällt. Die Mädchen sind für das Binden der Krone zuständig, die die Sommersonnenwende symbolisiert. Nach dem Gottesdienst in traditioneller Tracht gibt es dann gemeinsam Lieder und Tänze.
Das Wochenende endete am Sonntag mit einem Frühstück im Vereinsheim und Gesprächen, die neue Bekanntschaften und Erinnerungen innerhalb der Gemeinschaft förderten. Es war ein Fest, das nicht nur die Traditionen lebendig hielt, sondern auch den Zusammenhalt unter den Teilnehmern stärkte. Tatsächlich ist das Kronenfest heute ein übergemeindliches Volksfest, das zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Kultur zu bewahren und weiterzugeben. Mehr Informationen über dieses wunderbare Fest können Sie in einem Artikel auf Siebenbürger.de nachlesen.
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