Am vergangenen Samstag, dem 18. April 2026, fand in Calw ein bedeutender Schritt in der Gesundheitsversorgung statt. Über 30 Patienten wurden vom alten Krankenhaus in der Eduard-Conz-Straße in das neu eröffnete Krankenhaus auf dem Gesundheitscampus verlegt. Diese Verlegung, die eine halbe Stunde nach einer letzten Besprechung für rund 300 Mitarbeiter begann, wurde von der Feuerwehr Calw-Stammheim unterstützt. Die Patienten wurden in Rettungswagen transportiert und wurden bei ihrer Ankunft von Pflegekräften sowie Feuerwehrhelfern in Empfang genommen und auf die Stationen gebracht. Bis zum späten Vormittag waren alle 35 Patienten in ihren neuen Räumlichkeiten angekommen.
Der neue Gesundheitscampus, der im März 2026 offiziell eröffnet wurde, umfasst nicht nur eine moderne Klinik, sondern auch ein Zentrum für Seelische Gesundheit sowie ein Haus der Gesundheit. Diese Einrichtungen sollen eng zusammenarbeiten, um die medizinische Versorgung in der Region zu verbessern. Mit einem Baukosten von rund 142 Millionen Euro und einer Bauzeit von fast fünf Jahren, ist das neue Krankenhaus ein bedeutendes Projekt für den Landkreis Calw. Die Finanzierung wurde durch den Landkreis sowie eine Förderung von 42,5 Millionen Euro vom baden-württembergischen Sozialministerium sichergestellt. Das neue Krankenhaus bietet Platz für 189 Betten, drei OP-Säle und einen ambulanten Operationssaal, während rund 100 Ärzte in neun Fachbereichen, darunter Orthopädie und Innere Medizin, tätig sein werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz für die Gesundheitsversorgung
Der neue Gesundheitscampus Calw verfolgt das Ziel, die Gesundheitsversorgung im Landkreis nachhaltig zu verbessern. Die zentrale Lage der Angebote soll eine bessere Erreichbarkeit für die Bürger gewährleisten. Zudem wird ein breites Netzwerk von Spezialisten aus Medizin, Gesundheit und Pflege bereitgestellt, um umfassende Leistungen in pharmazeutischen, pflegerischen, präventiven, rehabilitativen und sozialen Bereichen anzubieten. Der Fokus liegt auf dem ganzheitlichen Wohlbefinden der Bürger.
Die Planungen für die Kliniken in Nagold und Calw begannen bereits 2013 im Rahmen des Medizinkonzepts 2030. Während in Nagold eine Generalsanierung beschlossen wurde, wurde in Calw der Neubau realisiert. Doch die Veränderungen in der Gesundheitsversorgung bringen auch Herausforderungen mit sich. Der Verein „Pro Krankenhäuser Calw und Nagold“ hat sich in „Bürgerinitiative (BI) Gesundheitsversorgung Kreis Calw“ umbenannt und äußert Bedenken hinsichtlich der Verlagerung der Geburtshilfe von Calw nach Nagold sowie des perspektivischen Abbaus der Kardiologie in Calw. Diese Entscheidungen haben im Calwer Gemeinderat bereits für Unmut gesorgt.
Herausforderungen und Bedenken der Bürgerinitiative
Die Bürgerinitiative kritisiert die finanziellen Auswirkungen des Medizinkonzepts 2021, welches Renovierungskosten von 130 Millionen Euro für Nagold und 110 Millionen Euro für ein neues Krankenhaus vorsieht. Sie betont, dass die laufenden Projekte nicht durch das neue Medizinkonzept 2030 beeinflusst werden sollten, da dies zu Problemen führen könnte. Zudem wird gewarnt, dass eine Abweichung vom Medizinkonzept 2021 Calw ähnliche Schwierigkeiten bringen könnte wie die Klinik in Herrenberg. Eine Informationsveranstaltung zum Medizinkonzept 2030 findet am 29. September statt, zu der Landrat Helmut Riegger und weitere Entscheidungsträger eingeladen sind.
Insgesamt zeigt die Eröffnung des neuen Gesundheitscampus in Calw einen positiven Fortschritt in der medizinischen Versorgung der Region, während gleichzeitig die Herausforderungen und Bedenken der Bürgerinitiative ernst genommen werden müssen. Der Gesundheitscampus hat das Potenzial, die Gesundheitsversorgung zu revolutionieren und das Wohlbefinden der Bürger nachhaltig zu fördern, wie auch in der Quelle von Tagesschau ausführlich beschrieben wurde.
Für weiterführende Informationen zu den Zielen und Angeboten des neuen Gesundheitscampus können Interessierte die offizielle Webseite unter Gesundheitscampus Calw besuchen.
Die Entwicklungen in Calw sind ein spannendes Beispiel für den Wandel in der Gesundheitsversorgung und die fortwährenden Bemühungen, eine hochwertige medizinische Betreuung für alle Bürger sicherzustellen.