Heute ist der 5.05.2026, und in Calw gibt es Neuigkeiten, die so manchem Naturfreund ein Stirnrunzeln bescheren könnten. Nilgänse, diese ursprünglich aus Afrika stammenden Vögel, haben sich seit den 1990er-Jahren in Europa verbreitet und sind mittlerweile auch in Deutschland anzutreffen. Aber wie geht die Stadt Calw mit diesen gefiederten Neuankömmlingen um? Ein Fütterungsverbot wurde bereits eingeführt, um die Vermehrung dieser Gänse zu kontrollieren. Bianca Rousek, Sprecherin der Stadt, beschreibt Nilgänse als aggressiv und territorial – Eigenschaften, die dazu führen können, dass andere Vogelarten verdrängt werden. Das klingt nach einem spannenden, wenn auch heiklen Thema!

Stadtjäger Frank Schöninger sieht die Situation in Calw allerdings als relativ entspannt an. Im letzten Jahr wurden 25 bis 30 Nilgänse beobachtet. Das klingt fast schon nach einer überschaubaren Zahl, oder? Bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden – wie das Anstechen von Eiern oder sogar ein Abschuss – soll jedoch erst einmal die Anzahl der Nilgänse, ihre Aufenthaltsorte und Brutplätze erfasst werden. Ein Abschuss wird als letzte Maßnahme betrachtet, und das auch nur, wenn konkrete Gefahren oder Schäden auftreten. So einfach ist das also nicht.

Die Nilgans – ein Neozoon in Deutschland

Die Nilgans hat sich durch menschliche Aktivitäten in Europa verbreitet und gilt als Neozoon. Aktuelle Schätzungen gehen von über 7.500 Brutpaaren in Deutschland aus, wobei die Hauptverbreitung in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen zu finden ist. In Calw, wo die Stadtverwaltung ein Fütterungsverbot eingeführt hat, ist man also nicht allein mit dieser Herausforderung. Auch die Stadt Tübingen plant, in der kommenden Brutsaison Eier zu manipulieren und die Tiere zu vertreiben, ohne einen Abschuss vorzunehmen. Das ist ein cleverer Ansatz, der zeigt, dass man auch mit weniger drastischen Maßnahmen arbeiten kann.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) stuft die Schädlichkeit der Nilgans als gering bis nicht vorhanden ein. Neueste Studien belegen, dass sich Nilgänse ohne nachweisbare negative Effekte ansiedeln können. Das bringt uns zu einem interessanten Punkt: Deutschland muss einen Managementplan für die Nilgans erstellen, der auf einer öffentlichen Konsultation basiert. Die Jagd auf Nilgänse ist in neun Bundesländern erlaubt, und jährlich werden etwa 15.000 bis 20.000 Nilgänse geschossen. Dennoch hat die Jagd kaum Einfluss auf die Bestandsentwicklung dieser Gänse. Eine Bestandsreduktion durch Jagd lehnt der NABU ab, sieht jedoch eine mögliche Bejagung zur Nutzung als Wildfleisch vor.

Ökonomische Relevanz und effektive Maßnahmen

Witzigerweise werden landwirtschaftliche Schäden, die durch Nilgänse verursacht werden, als ökonomisch irrelevant eingeschätzt. Die Probleme, die diese Vögel in Parks und auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen, rechtfertigen demnach keine überregionalen Bestandsreduzierungsmaßnahmen. Stattdessen gibt es effektive nicht-lethale Maßnahmen zur Lenkung der Nilgänse, wie das Fütterungsverbot und die Schaffung von Ausweichflächen. So einfach kann es manchmal sein!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Situation in Calw und Umgebung zeigt, dass der Umgang mit nicht-heimischen Arten wie der Nilgans alles andere als trivial ist. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen letztendlich gefunden werden, um das Zusammenleben von Mensch und Tier in Balance zu halten. Die nächsten Schritte werden sicherlich interessant zu beobachten sein, und wir sind gespannt auf die Entwicklungen in dieser Angelegenheit.