In Calw wird kräftig umgebaut! Der THW-Standort, der schon seit 1964 in Wildberg ansässig ist, wird zur neuen Liegenschaft im Gewerbegebiet Stammheimer Feld umziehen. Bis Mitte 2027 soll der Umbau abgeschlossen sein. Die THW-Ortsgruppe Calw, die aktuell in der Station Teinach untergebracht ist, hat mit 53 Mitgliedern eine engagierte Truppe am Start. Der Umbau wird von der Bundesanstalt für Immobilienentwicklung (Bima) nach der Insolvenz der Firma Rexer für knapp zwei Millionen Euro realisiert. Das Bestandsgebäude, das nun umgebaut wird, hat eine Fläche von 500 Quadratmetern und soll künftig mehr Platz für Einsatzfahrzeuge, Materiallagerung sowie Aus- und Fortbildung bieten.
Das Ganze wird nicht nur eine praktische Verbesserung sein, sondern auch für die Jugend- und Nachwuchsarbeit von großer Bedeutung, wie Marc Stahl, der Ortsverbandsbeauftragte, betont. Die neuen Räumlichkeiten sollen auch als Ort der Begegnung dienen und die Funktionalität im Bevölkerungsschutz merklich verbessern. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob auch Platz für weitere Fahrzeuge von Partnerorganisationen geschaffen werden kann. Jürgen Ott, stellvertretender Oberbürgermeister von Calw, hebt die Wichtigkeit des neuen Standorts ebenfalls hervor. Auch die Umwelt kommt nicht zu kurz: Die Hallen werden mit Solarpaneelen ausgestattet, um eine gewisse Energieautarkie zu erreichen. Ein nicht genau bezifferter Millionenbetrag des Bundes fließt in dieses zukunftsweisende Projekt, und die Hoffnung ist groß, dass der THW mit der neuen Liegenschaft attraktiver wird und neue Mitglieder anwerben kann. Die Bauphase wurde symbolisch mit dem Zertrümmern einer Trockenbauwand eingeweiht. Mehr dazu hier.
Bundesweite Unterstützung für das THW
Das THW in Calw profitiert auch von einer übergreifenden Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags. Dieser hat die vollständige Umsetzung des THW-Bauprogramms für 2026 beschlossen und stellt dafür stolze 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit sind alle 200 Liegenschaften des Neubauprogramms finanziert. Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) und Klaus Mack (CDU) haben die frohe Botschaft verkündet. Das THW hat bundesweit 668 Ortsverbände, viele davon sind in maroden oder nicht mehr zeitgemäßen Unterkünften untergebracht – ein Umstand, der dringend geändert werden muss.
Die neue Infrastruktur wird nicht nur Umkleiden und bessere Sanitäranlagen bieten, sondern auch neue Fahrzeuge werden untergebracht. Der THW-Haushalt für 2026 steigt auf 642 Millionen Euro, was einen Anstieg von knapp 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Selbstbewirtschaftungsmittel für die Ortsverbände erreichen mit 60,6 Millionen Euro die höchste Summe bisher. Die Baukosten pro Unterkunft werden mit rund 15 Millionen Euro kalkuliert. Die Entscheidung des Bundestags wurde als „Sensation“ bezeichnet und soll das THW als zentrale Einsatzorganisation im Bevölkerungsschutz stärken. Hier gibt’s mehr Informationen.
Ein historischer Schritt für den Bevölkerungsschutz
Zusätzlich wird auf die Grundgesetzänderung im März 2023 verwiesen, die Ausgaben für Verteidigungsfähigkeit sowie Zivil- und Bevölkerungsschutz ohne Schuldenbremse erleichtert hat. Dies gibt dem THW die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln und auf die modernen Anforderungen zu reagieren. Ein Sonderförderprogramm mit 160.000 Euro wird bereitgestellt, um 16 neue Wechselbrücken zu beschaffen – eine pro Bundesland. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die das THW fit für die Zukunft macht. Mehr dazu hier.