Am 15. April 2026 versammelten sich rund 100 Bürgerinnen und Bürger in der Steinhalle in Emmendingen, um über die Zukunft des zentral am Stadteingang gelegenen Festplatzes zu diskutieren. Diese Veranstaltung hatte das Ziel, Ideen für die künftige Nutzung und Gestaltung des Festplatzes zu entwickeln. Der Platz wird derzeit überwiegend als Parkplatz genutzt, was die Diskussion über seine Umgestaltung zu einem bedeutenden Thema in der Stadtentwicklung macht.

Die Gespräche über die Entwicklung des Areals ziehen sich bereits seit den 1990er-Jahren hin. Hintergrund der aktuellen Planungen sind der steigende Wohnraumbedarf, der Klimaschutz, die veränderten Mobilitätsformen und der demografische Wandel. Die Vision ist die Schaffung eines neuen innerstädtischen Quartiers mit einem Schwerpunkt auf Wohnen, ergänzt durch andere Nutzungen. Ein städtebaulicher Wettbewerb ist vorgesehen, bevor die Umsetzung startet. Silas Wochele vom Architekturbüro kohler grohe architekten erläuterte den Ablauf dieses Wettbewerbs, während Dorit Träger, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, die Potenziale des Festplatzes vorstellte.

Vielfältige Ideen und Gruppenarbeit

Die Teilnehmenden arbeiteten in thematischen Gruppen zu verschiedenen Aspekten wie Freiräumen und Umwelt, Wohnen und Soziales, Städtebau sowie Verkehr und Mobilität. Moderatoren des Büros memoU begleiteten die Diskussionen und sorgten dafür, dass alle Stimmen Gehör fanden. Fachleute aus der Stadtverwaltung waren vor Ort, standen jedoch nur für Rückfragen zur Verfügung und griffen nicht in die Diskussionen ein. Oberbürgermeister Stefan Schlatterer und Mitglieder des Gemeinderats verfolgten die Gespräche aufmerksam.

Die eingebrachten Ideen umfassten Vorschläge zu Sichtachsen, Gebäudehöhen, erneuerbaren Energien, sozialem Wohnraum und altersgerechten Wohnformen. Ein gesonderter Informationstisch widmete sich dem Thema Parken. Die Beiträge wurden nach Einzelmeinungen und breit getragenen Vorschlägen kategorisiert. Viele Ideen stießen auf große Zustimmung. Einige Teilnehmende wechselten die Gruppen, um Ergebnisse zu ergänzen und zu kommentieren. Die frühzeitige Beteiligung der Bürgerschaft wurde als wünschenswert erachtet.

Ergebnisse und zukünftige Schritte

Die gesammelten Ergebnisse werden in die Aufgabenstellung für den geplanten Wettbewerb einfließen. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist für Mai geplant und wird Bestandteil des Auslobungstextes im Stadtrat sein. Solche Bürgerbeteiligungen sind nicht nur ein wichtiger Schritt in der Stadtentwicklung, sondern zeigen auch, dass die Bürgerschaft an Politik interessiert ist und aktiv mitgestalten möchte.

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In diesem Kontext ist es wichtig zu betonen, dass die Herausforderungen in Kommunen nur gemeinsam mit der Bürgerschaft bewältigt werden können. Stadtentwicklung und der Ausbau erneuerbarer Energien müssen die Meinungen und das Wissen der Bürger einbeziehen. Effiziente Bürgerbeteiligung erfordert eine frühe, umfassende, transparente und attraktive Beteiligungskultur. Die Dokumentation „Bürgerbeteiligung bei kommunalen Vorhaben und in der Stadtentwicklung“ des DStGB hebt die Notwendigkeit hervor, innovative Kommunikationsformen zu nutzen, um Bürger als Chance für die gemeinsame Lösungssuche zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie in der Quelle hier.

Insgesamt zeigt die Veranstaltung in Emmendingen, dass die Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt zu beteiligen. Der Dialog über den Festplatz könnte somit ein richtungsweisendes Beispiel für zukünftige Projekte in der Region sein.