Am heutigen Tag, dem 4. Juni 2026, erreichen uns besorgniserregende Nachrichten aus Emmendingen, wo die traditionsreiche Wehrle-Werk AG, gegründet im Jahr 1860, nach 165 Jahren nahezu komplett abgewickelt werden muss. Die Insolvenz, die Ende August 2025 angemeldet wurde, hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Region und deren Arbeitsplätze. Der Anlagenbauer verlor nicht nur das Russlandgeschäft, sondern auch zwei Großaufträge. Interne Probleme, die mit einer Softwareumstellung einhergingen, sowie ein Hacker-Angriff trugen zusätzlich zu den Schwierigkeiten bei. Ein echter Albtraum für die Mitarbeiter und die gesamte Gemeinde!

Gerade in einem Umfeld, in dem es um die Existenz von 170 Menschen geht, die ihre Jobs verlieren, kommt die Nachricht, dass Hans-Peter Unmüssig, ein Freiburger Projektentwickler, kein Interesse mehr am Erwerb des Wehrle-Areals hat, wie Badische Zeitung berichtet. Gerüchte über seine Pläne, das Areal nach dem Löwentor zu entwickeln, werden damit endgültig ad acta gelegt. Die Unsicherheit über die künftige Nutzung des Geländes bringt zusätzliche Sorgenfalten auf die Stirn der Emmendinger.

Die Folgen der Insolvenz

Insolvenzverwalter Marc-Philippe Hornung konnte immerhin einen Teilbereich des Unternehmens retten. Ein französischer Investor übernimmt den Geschäftsbereich Wasseraufbereitung und 35 Mitarbeiter. Dennoch bleibt die Situation angespannt, denn die Produktion in Emmendingen soll nur für maximal drei Jahre fortgeführt werden. Die Schließung des Wehrle-Werkes hat nicht nur persönliche Schicksale zur Folge, sie wird auch die lokale Wirtschaft erheblich belasten.

Rund 125 der 170 entlassenen Mitarbeiter wechseln in eine Transfergesellschaft und erhalten für sechs Monate 80% ihres bisherigen Gehalts. Das klingt zwar gut, doch was passiert danach? Fragen über Fragen, die viele in der Stadt umtreiben. Die Abwicklung des Unternehmens wird mit einer reduzierten Belegschaft vollzogen, was bedeutet, dass die Schließung auch wirtschaftliche Wellen schlagen wird, die weit über Emmendingen hinausreichen.

Ein Blick auf die Insolvenzstatistik

Insolvenzen sind ein ernstes Thema, das nicht nur betroffene Unternehmen, sondern auch deren Mitarbeiter, Lieferketten und die Gesamtwirtschaft betrifft. Rund 80 % der insolventen Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. Großinsolvenzen wie die des Wehrle-Werkes, die über 250 Mitarbeiter betreffen, haben allerdings den größten wirtschaftlichen Effekt – auch wenn sie nur einen kleinen Teil der Insolvenzen ausmachen. Die GmbH ist die häufigste Rechtsform unter den Insolvenzen, und die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern hat sich seit 2022 fast verdoppelt. Diese Entwicklungen zeigen, wie stark etablierte Mittelständler unter Druck geraten sind, insbesondere durch veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

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Die Situation in Emmendingen ist also mehr als nur ein lokales Problem. Sie spiegelt einen größeren Trend wider, der viele Regionen betrifft. Die Schicksale der Mitarbeiter des Wehrle-Werkes stehen exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Gesellschaft insgesamt konfrontiert ist.