Die Stadt Emmendingen ist momentan ein wenig im Ausnahmezustand, denn die Jugendlichen aus der Region sind bis Freitag, den 5. Juni, in der polnischen Partnerstadt Sandomierz. Diese aufregende Reise wird vom Jugendzentrum Emmendingen sowie der Städtepartnerschaftsbeauftragten der Stadt organisiert. Im Mittelpunkt der Begegnung steht der persönliche Austausch und das Kennenlernen von Gleichaltrigen aus Polen. Ein echter Abenteuertrip, bei dem die Jugendlichen nicht nur viel über ihre Gastgeber lernen, sondern auch interkulturelle Erfahrungen sammeln können.

Die Aktivitäten sind vielfältig: Workshops, Ausflüge und Freizeitangebote stehen auf dem Programm. So können die Teilnehmer die Lebenswelt ihrer polnischen Freunde hautnah erleben. Sandomierz, das etwa 190 Kilometer südlich von Warschau und 160 Kilometer nordöstlich von Krakau an der Weichsel liegt, hat so einiges zu bieten. Mit rund 24.600 Einwohnern und einem historischen Stadtkern auf einem Plateau über dem Fluss ist es ein wahres Kleinod. Besonders beeindruckend sind das Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das Renaissance-Rathaus und die Kathedrale, die bereits im Jahr 1360 erbaut wurde. Wie berichtet wird, besteht die Städtepartnerschaft zwischen Emmendingen und Sandomierz bereits seit 1990.

Ein Blick über die Grenzen

In einem ähnlichen Geist des Austauschs hat die Stadt Gera ein Projekt ins Leben gerufen, das sich auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz konzentriert. Der länderübergreifende Jugendaustausch wird vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert und richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren aus Gera und der Partnerstadt Skierniewice. Während eines Kunstmitmachkurses mit dem Titel „Experiment Austausch“ Ende Juni 2024 konnten die jungen Teilnehmer kreativ werden und ihre Ideen zu Umweltthemen umsetzen.

Die Koordinatorin der Städtepartnerschaften, Christina Martens, hebt hervor, wie wichtig kulturelle und kreative Austauschmöglichkeiten für die Jugendlichen sind. Die Gruppe hat im Laufe ihrer Zeit zusammengefunden, Sprachbarrieren wurden mit Hilfe von Übersetzungsapplikationen überwunden. Die Kunstkurse umfassten unter anderem Upcycling, Siebdruck und textile Experimente. Die Räumlichkeiten dazu stellte die Häselburg mit der Kunstschule e. V. zur Verfügung. Dabei sind viele interessante Exponate entstanden, darunter upgecycelte Bücherregale und Dekorationsartikel. Heike Födisch vom Jugendamt Gera zeigt sich begeistert von der Kreativität der Jugendlichen.

Gemeinsame Erlebnisse und Ausstellungen

Eine Wanderausstellung mit dem Titel „Wege in die Zukunft“ war bis Ende Juli in der Amthorpassage zu sehen und stellte die Schülerprojekte aus. Die Jugendlichen waren aktiv in den Prozess der Ausstellungsorganisation involviert und haben ihre Ausstellungsplätze selbst gestaltet. Der Austausch zwischen Gera und Skierniewice, der seit 1976 besteht, hat durch zahlreiche gemeinsame Aktionen und Projekte eine tiefe Verwurzelung in der internationalen Jugendarbeit erhalten.

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Ein Gegenbesuch der Jugendlichen in Skierniewice ist bereits in Planung, auch wenn der Termin noch unklar bleibt. Während des letzten Austauschs haben die Geraer Jugendlichen ihren polnischen Gästen ihre Stadt gezeigt und das Programm selbstständig geplant. Besuche von Sehenswürdigkeiten in Gera, Erfurt und Jena standen auf der Agenda. Die positiven Rückmeldungen haben dazu geführt, dass im kommenden Jahr Sommerkunst-Camps mit weiteren Partnerstädten geplant sind. Es bleibt spannend, was die Zukunft für diese länderübergreifenden Begegnungen bereithält.