Im Enzkreis, in der ersten Maiwoche, haben mehrere BUND-Aktive eine unerwartete Amphibienwanderung beobachtet. Nach wochenlanger Trockenheit und kühlen Nächten schien es, als wäre die Wanderung der Tiere bereits vorbei. Amphibienzäune wurden abgebaut, Tempolimits aufgehoben – eine fatale Entscheidung, wie sich nun herausstellt. Denn nach den Regenfällen in dieser Woche waren wandernde Erdkröten, Frösche, Molche und Feuersalamander in großer Zahl unterwegs. Viele von ihnen fanden jedoch nicht ihr Ziel, sondern wurden überfahren. Eine traurige Bilanz, die die aktuelle Situation eindrucksvoll verdeutlicht.

Die niedrigen Temperaturen und die Trockenheit führen oft zu Pausen in der Wanderung der Amphibien, doch die Anzahl der Tiere und der späte Zeitpunkt der Wanderungen in diesem Jahr sind einfach ungewöhnlich. Der Klimawandel hat einen entscheidenden Einfluss auf das Verhalten der Tiere, da er die Jahreszeiten verschiebt. Amphibienzäune, die bereits im Januar aufgebaut werden, könnten in Zukunft länger benötigt werden. Das wird sich ganz sicher auf die Ehrenamtlichen und den Straßenverkehr auswirken, denn aktuell haben die wandernden Amphibien keinen Schutz. Autofahrer werden daher eindringlich gebeten, auf die Tiere zu achten und Rücksicht zu nehmen, um weitere Tragödien zu verhindern. [Quelle]

Helfer im Amphibienschutz

In dieser Saison haben viele Ehrenamtliche beim Amphibienschutz tatkräftig mitgeholfen. Besonders die NABU-Aktiven haben Schutzzäune gesetzt, Kontrollgänge durchgeführt und Amphibien über Straßen getragen. Die Zahlen sprechen für sich: Katrin Sell vom NABU Aßlar berichtet von einem Anstieg der geretteten Amphibien von 5.000 im Vorjahr auf beeindruckende 7.150 in diesem Jahr. Das zeigt, dass die Anstrengungen fruchten! Doch die Bilanz ist nicht überall so positiv: Norbert Möller vom NABU Großenhausen zieht eine negative Bilanz für Frühlaicher aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen.

In Bad Sobernheim wurde in diesem Jahr lediglich eine Zahl von 946 Amphibien gezählt, was im Vergleich zu den Vorjahren einen Rückgang darstellt. Die Trockenheit und der zunehmende Straßenverkehr sind nicht zu unterschätzen – sie stellen enorme Gefahren für die Amphibienpopulationen dar. Auch Berichte über überfahrene Amphibien und fehlende Schutzzäune sind aufgetaucht. All das zeigt, wie wichtig der Amphibienschutz ist und wie viele Helfer benötigt werden, um diesen Herausforderungen zu begegnen. [Quelle]

Klimawandel und seine Auswirkungen

Der Jahr 2023 war für Amphibienretter an der B 241 zwischen Goslar und Vienenburg besonders herausfordernd. Über einen Zeitraum von neun Monaten wurden dort wertvolle Daten gesammelt. Die Ergebnisse bestätigen nicht nur das bereits vorhandene Wissen über das Wanderverhalten der Amphibien, sondern zeigen auch, dass neue Beobachtungen mehr Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Handeln erfordern. Der Klimawandel beschleunigt das Aussterben von Amphibien, was die Notwendigkeit für schnelles Handeln umso dringlicher macht. Die Amphibienretter wünschen sich, dass die gewonnenen Erkenntnisse für den Artenschutz überdacht werden. [Quelle]

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