Hitzewelle belastet Wildtiere im Enzkreis
Heute ist der 26.06.2026, und die aktuelle Hitzewelle hat nicht nur Menschen und Haustiere fest im Griff, sondern drückt auch den Wildtieren im Enzkreis schwer auf die Seele. Die Wildtierbeauftragte warnt eindringlich vor dem Stress, den die hohen Temperaturen insbesondere bei Jungtieren verursachen. Mühlacker Revierförster Maximilian Rapp hat bereits zahlreiche Anrufe von besorgten Bürgern erhalten, die über aus Nestern gefallene Jungvögel und Eichhörnchen berichten. Schockierend, aber wahr: Viele dieser Jungtiere sind schon recht weit entwickelt und würden unter normalen Bedingungen noch einige Tage im Nest bleiben. Doch die Hitze zwingt sie zum Verlassen ihres geschützten Zuhauses.
Besonders betroffen sind Arten, die ihren Nachwuchs in ungeschützten Höhlen großziehen, wie etwa die Meisen, die gerne in Dachrinnen nisten. Diese kleinen „Hitzespringer“ sind auf der Suche nach Abkühlung und können dabei in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Die Entscheidung, ob sie in menschlicher Obhut aufgezogen werden sollen, sollte jedoch gut überlegt sein. Es gibt auch glücklicherweise Jungtiere, die von ihren Eltern am Boden weiter versorgt werden. Ästlinge, das sind weiter entwickelte Jungvögel, die bereits befiedert sind und auf ihren Beinen stehen können, sollten hingegen nicht „gerettet“ werden. Bei verletzten oder geschwächten Tieren hingegen wird geraten, sich an eine Wildtier-Auffangstation zu wenden. Das Forstamt Enzkreis rät eindringlich davon ab, Wildtiere ohne Erfahrung selbst großzuziehen – schließlich ist das Ziel die schnellstmögliche Auswilderung.
Wassermangel als zusätzliches Problem
Ein weiteres großes Problem ist der Wassermangel, der sich ebenfalls negativ auf die Wildtiere auswirkt. Viele Wildtiere decken ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend durch Nahrung. Bei diesen extremen Temperaturen ist es jedoch oft schwierig, ausreichend Futter zu finden – was zu Dehydrierung und Hunger führt. Richard Radle von der Kreisgruppe Roth erklärt, dass Igel bei Trockenheit weniger Nahrung finden, da Würmer und Larven tiefer in die Erde zurückziehen. Auch Eichhörnchen werden unvorsichtig auf der Suche nach Wasser und können in Regentonnen oder Gartenteiche ertrinken. Vögel haben es besonders schwer: Sie können nicht schwitzen und hecheln mit offenem Schnabel, um Wärme abzugeben. In Nestern unter Dachziegeln kann die Temperatur über 50 Grad steigen, was für die Jungtiere der Gebäudebrüter eine echte Herausforderung darstellt.
Um diesen Tieren zu helfen, empfiehlt es sich, flache Wasserstellen oder Vogeltränken im Garten aufzustellen. Diese sollten an schattigen, gut überschaubaren Orten platziert werden, und das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Insektentränken benötigen zusätzliches Naturmaterial wie Zweige, Moos oder Steine, damit die Tiere sicher landen können. Eine naturnahe Gartengestaltung mit heimischen Hecken, Sträuchern und ungemähten Wiesen bietet nicht nur Schutz, sondern auch Nahrung. Dauerhaftes Wasser in kleinen Tümpeln oder Teichen kann den Tieren helfen, die extremen Bedingungen besser zu bewältigen.
Die Situation zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, auf die Bedürfnisse unserer heimischen Tierarten zu achten und ihnen in diesen heißen Tagen beizustehen. Jeder kleine Beitrag, sei es durch das Aufstellen einer Wasserstelle oder das Schaffen von natürlichen Rückzugsorten, kann einen großen Unterschied machen. Und wer weiß, vielleicht können wir so das Überleben der kleinen Wildtiere in unseren Gärten und Wäldern sichern.
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