Heute ist der 18.04.2026 und im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald in Bad Rippoldsau-Schapbach hat das Leben nach der Winterruhe wieder begonnen. Die ersten Bären haben bereits im Februar ihre Höhlen verlassen, und nun sind alle Tiere wieder aktiv. Der Park, der vier Wölfe, einen Luchs und zehn Bären, darunter drei Wildbären, beherbergt, bietet den Tieren viel Platz zum Herumstreifen. In freier Wildbahn haben Wildbären ein Revier von etwa 250 Quadratkilometern, doch im Park finden sie ein großzügiges Gehege mit ein bis zwei Höhlen pro Bär.

Die Umstellung von Winterruhe auf Aktivität kann für die Tiere belastend sein. Nach der Winterruhe sind die Bären oft zunächst dünner und bewegen sich langsam. Dies liegt daran, dass sie während der Winterruhe, die von Ende Oktober bis etwa März dauert, kaum Flüssigkeit benötigen und sich ihre Hormone verändern. Vor der Winterruhe nehmen die Bären etwa 40 Prozent ihres regulären Gewichts zu, indem sie täglich etwa 50 Kilogramm Futter erhalten. Ein Beispiel ist die Bärin Franca, die aus einer schlechten Haltung eines französischen Schaustellerpaares stammt und gelernt hat, Winterschlaf zu halten. Der letzte Bär verließ seine Höhle Mitte März, und mit dem Frühling kehrt mehr Bewegung in den Park zurück. Dies ermöglicht den Tieren, sich wieder an das Leben außerhalb ihrer Höhlen zu gewöhnen.

Herausforderungen für Wildtiere in Deutschland

Die Situation im Wolf- und Bärenpark ist Teil eines größeren Problems: In Deutschland sind Wildtiere in Zirkussen nach wie vor präsent, während 26 von 27 EU-Staaten ein Wildtierverbot in Zirkussen erlassen haben. Deutschland gilt als Zentrum des Wildtierhandels in Europa. Der letzte Zirkusbär, Ben, wurde 2016 befreit, doch zehn Jahre später sind Wildtiere weiterhin Teil des Zirkuslebens in Deutschland. Dies ist besonders bedenklich angesichts der schlechten Haltungsbedingungen, unter denen viele Wildtiere leiden müssen.

Die Organisation Pro Wildlife fordert ein Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus, da die artgerechte Haltung dieser Tiere in der Zirkusumgebung nicht möglich ist. Häufige Transporte, enge Käfige und Dressuren führen zu extremem Stress und Verhaltensstörungen bei Tieren wie Elefanten, Tigern und Löwen. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 lehnen zwei Drittel der Deutschen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen ab. Immer mehr Zirkusse, wie Roncalli und Circus Flic Flac, verzichten bereits auf Wildtiere und setzen stattdessen auf menschliche Talente.

Der Weg in eine bessere Zukunft

Der Alternativen Wolf- und Bärenpark hat sich zum Ziel gesetzt, den Tieren ein neues Zuhause zu geben und sie in die Gesellschaft zu integrieren. Viele der Tiere stammen aus schlechten Haltungen, sei es aus Privathaltungen, Zoos oder Zirkussen. Drei der Bären sind Wildbären, die aufgrund auffälligen Verhaltens nicht mehr in der Natur leben dürfen. Zuletzt kam die Wildbärin Luna (früher JJ4) aus dem Trentino in Italien in den Park. Durch das Zusammenleben im Park sollen Wölfe und Bären ihre Verhaltensauffälligkeiten abbauen.

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Der Park ist privat finanziert und auf Eintrittsgelder sowie Spenden angewiesen. Wer möchte, kann Patenschaften für die Tiere erwerben und so aktiv dazu beitragen, die Lebensbedingungen dieser Tiere zu verbessern. Der Frühling bringt neues Leben in den Park und gibt den Tieren eine zweite Chance auf ein besseres Dasein.

Für weitere Informationen über den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald können Sie die offizielle Webseite besuchen: Hier klicken.