Die Gartenschau im Forbachtal, die die Gemeinden Freudenstadt und Baiersbronn vereinte, endete im Oktober und hinterließ einen positiven Eindruck. Mit knapp einer halben Million Besuchern wurde das ursprüngliche Ziel von 350.000 Besuchen übertroffen – es waren tatsächlich über 485.000 Besuche zu verzeichnen. Dieses erfreuliche Ergebnis wird nicht nur durch die hohe Besucherzahl, sondern auch durch die positive finanzielle Bilanz untermauert. Die Gartenschau, die das erste große Projekt der beiden Gemeinden darstellte, kam mit rund 1,7 Millionen Euro weniger Kosten aus als ursprünglich eingeplant. Statt der veranschlagten über 6 Millionen Euro investierten die Gemeinden durch eine geschickte Planung und Ausführung deutlich weniger. Die positive finanzielle Bilanz gibt den Kommunen nun Spielraum in schwierigen Zeiten, was besonders in der aktuellen wirtschaftlichen Lage von Bedeutung ist.
Die Gründe für den finanziellen Erfolg sind vielfältig: Höhere Umsätze in der Gastronomie und Sponsoring, geringere Personalkosten und eine kostengünstigere Bauweise der Ausstellungsanlagen trugen maßgeblich dazu bei. Der nasse Sommer reduzierte zudem den Gießaufwand für Pflanzen, was die Kosten weiter senkte. Für den nächsten Gartenschau-Sommer 2025, bei dem das Forbachtal als Tal X bezeichnet wird, planen Freudenstadt und Baiersbronn, etwa 440.000 Euro in das frühere Gartenschaugelände zu investieren. Ziel ist es, das Forbachtal als Naherholungsgebiet sowohl für Gäste als auch für Einheimische attraktiv zu halten.
Besucherzahlen und Veranstaltungen
Die Gartenschau war nicht nur ein finanzieller Erfolg, sondern auch ein kulturelles Ereignis. Insgesamt 3070 Veranstaltungen trugen zu dem starken Besucherergebnis bei. Cornelia Möhrlen, die Geschäftsführerin der Gartenschau Freudenstadt & Baiersbronn, äußerte sich äußerst positiv über die Besucherzahlen. Die Bürgermeister beider Gemeinden betonten zudem, dass die Gartenschau das „Wir-Gefühl“ gestärkt und die zukünftige Zusammenarbeit gefördert hat. Über 2.600 Einzelveranstaltungen fanden auf drei Bühnen statt und luden die Besucher dazu ein, die Schönheit der Natur zu genießen und sich aktiv einzubringen.
Die Gartenschau reiht sich in eine Reihe von erfolgreichen Veranstaltungen in Deutschland ein. Die Landesgartenschauen in Bayern und Baden-Württemberg übertrafen nämlich ebenfalls die gesetzten Besucherzielmarken. So verzeichnete die LGS in Furth im Wald beispielsweise 401.465 Besuche, obwohl nur 250.000 angestrebt wurden. Diese Erfolge zeigen, dass das Interesse an solchen Veranstaltungen ungebrochen ist und die Menschen die Natur und Gartenkunst schätzen.
Ein Blick in die Zukunft
Die positive Entwicklung der Gartenschau im Forbachtal spiegelt sich auch in der gesamten Gartenschau-Tradition in Deutschland wider. Die Bundesgartenschau, die am 8. Oktober 2023 in Mannheim endete, verzeichnete Millionen von Besuchern und belegt, dass das Interesse an gärtnerischen Themen nach wie vor hoch ist. Die Gartenschauen, die seit 1951 alle zwei Jahre stattfinden, sind ein fester Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft. Trotz eines tendenziellen Rückgangs der Besucherzahlen in den letzten 25 Jahren, ist die Anzahl der Gartenbesitzer in Deutschland im letzten Jahr auf rund 20 Millionen Personen gestiegen. Dies könnte einen Anreiz bieten, die Gartenschau-Kultur neu zu beleben und die Begeisterung für Gartenpflege und Gestaltung zu fördern.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Gartenschau im Forbachtal ein voller Erfolg war, der sowohl finanzielle Vorteile als auch eine Stärkung der Gemeinschaft mit sich brachte. Die Gemeinden Freudenstadt und Baiersbronn haben mit diesem Projekt ein Zeichen gesetzt und die Weichen für zukünftige Kooperationen und Erholungsangebote gestellt. Für alle Beteiligten bleibt abzuwarten, welche kreativen Ideen und Projekte in den kommenden Jahren das Forbachtal noch bereichern werden.