In Freudenstadt, einer Stadt, die im Lonely Planet Reiseführer gleich als Highlight mit dem größten Marktplatz Deutschlands gepriesen wird, gibt es leider auch weniger erfreuliche Nachrichten. Der Marktplatz, ein Ort der Begegnung und des Handels, leidet stark unter dem Verkehrslärm, der durch eine stark befahrene Kreuzung verursacht wird. Die Anwohner sind genervt – und das zu Recht! Denn der Lärm ist nicht nur lästig, sondern auch belastend.

Die Situation ist schon lange bekannt. Seit Jahrzehnten steht ein Tunnel zur Umleitung des Durchgangsverkehrs auf der Wunschliste. Ein Dokument zur Lärmaktionsplanung zeigt, dass viele Menschen in der Umgebung darunter leiden. Besonders die Anwohner der Bahnhofsstraße beklagen den schlechten Zustand ihrer Straße und fordern eine grundlegende Sanierung mit lärmminderndem Asphalt. Das Geräusch der Reifen auf unebenem Belag kann einfach nicht überhört werden.

Verkehrslärm und seine Folgen

Zudem berichten Anwohner von der Lauterbadstraße über ähnliche Probleme. Auch hier ist der Fahrbahnbelag in einem miserablen Zustand, was zu einem ohrenbetäubenden Abrollgeräusch führt. Den Schlafräumen bleibt oft nur die Funktion als Stauraum, denn der Verkehrslärm macht eine Ruhepause nahezu unmöglich. Glücklicherweise ist eine Erneuerung des Straßenbelags in der Lauterbadstraße in Planung. Man fragt sich, warum das nicht schneller ging!

Die Klagen hören hier nicht auf. Bewohner einer Seniorenanlage in der Straßburger Straße sind besonders betroffen. Die Zufahrt zur Schwarzwaldhochstraße sorgt für einen ständigen Geräuschpegel, der das ruhige Leben, das man sich dort erhofft hat, erheblich stört. Auch Anwohner der Wildbader Straße berichten von massivem Verkehrslärm, selbst nachts, und Geschwindigkeitsüberschreitungen sind an der Tagesordnung. Schade, dass die Stuttgarter Straße inzwischen ein beliebter Treffpunkt für Raser geworden ist. Ein echtes Sicherheitsrisiko!

Die Forderungen nach Tempolimits

Die Diskussion um den Lärmaktionsplan zeigt, dass auch die Teilorte nicht verschont bleiben. Stadtrat Michael Kaltenbach kritisiert die wechselnden Tempolimits auf der Strecke zum Kniebis. Es bleibt spannend, denn Oberbürgermeister Adrian Sonder und Stadtrat Karl Müller setzen sich für Tempolimits in den Teilorten ein. Ein Gutachten aus dem Jahr 2019 empfiehlt ebenfalls, die Situation in den Teilorten zu untersuchen. Aber Tempolimits können nur dort eingeführt werden, wo die Voraussetzungen gegeben sind. Das lässt uns hoffen, dass vielleicht bald etwas Bewegung in diese festgefahrene Situation kommt.

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Die Lärmbelästigung durch den Verkehr ist ein Thema, das uns alle betrifft. Laut dem Umweltbundesamt folgt die Umweltpolitik dem Prinzip: Vermeiden vor Vermindern vor Ausgleichen. Das bedeutet, dass zuerst geprüft wird, ob Lärmquellen vermeidbar sind. Wenn das nicht geht, müssen Emissionen und Immissionen möglichst gemindert werden. Abschließend kommen Ausgleichsmaßnahmen ins Spiel, wie beispielsweise Lärmschutzfenster oder Entschädigungen. Schade, dass viele dieser Maßnahmen teuer sind und oft nicht rechtzeitig umgesetzt werden.

In Freudenstadt bleibt zu hoffen, dass die Pläne für die Umleitung des Verkehrs und die Sanierung der Straßen bald in die Tat umgesetzt werden. Denn die Anwohner haben ein Recht auf Ruhe – und das nicht nur während der Nachtstunden.