Heute ist der 28.05.2026 und in Freudenstadt haben sich kürzlich vier Männer in roten Regenjacken auf dem Beschleunigungsstreifen der B294 postiert. Das mag auf den ersten Blick etwas seltsam wirken, doch diese Herren sind Teil einer wichtigen Untersuchung des Auto Clubs Europa (ACE). Ziel ist es, das Fahrverhalten von Autofahrern beim Auffahren auf Autobahnen und Bundesstraßen zu beobachten und Daten zu sammeln, die zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni veröffentlicht werden sollen. Hierbei geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
Die ehrenamtlichen Helfer, darunter Martin Spreng, Alfred Rott und Christoph Seeger vom ACE Calw-Freudenstadt, haben in nur 30 Minuten sage und schreibe 79 Auffahrten gezählt. Da kommt einem die Frage in den Kopf: Wie sicher sind wir eigentlich auf den Straßen? Besonders auffällig war, dass 16 Fahrer sich beim Beschleunigen falsch verhielten – und das vor allem durch das Nichtblinken. Das ist ein ganz klarer Verstoß, denn Blinken ist nicht nur wichtig, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. Die Fehlverhaltensquote lag bei fast 19 Prozent, während sie bundesweit bei etwa 18,5 Prozent liegt. Ein bisschen zu viel, wenn man bedenkt, dass das Blinken mit bis zu 35 Euro geahndet werden kann.
Sichere Einfädelung in den Verkehr
Um sicher auf die Autobahn zu gelangen, gibt es klare Regeln. Der Beschleunigungsstreifen sollte effektiv genutzt werden, um in den fließenden Verkehr einzufädeln. Ein zügiges Fahren und das Erreichen einer ähnlichen Geschwindigkeit wie der Verkehr auf der rechten Spur sind essenziell. Vor dem Einfädeln ist es wichtig, den Blinker frühzeitig zu setzen und die Verkehrslage genau zu beobachten. Der Verkehr auf der Autobahn hat Vorfahrt – das muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen!
Ein weiteres Problem sind abrupte Bremsungen auf der rechten Spur, die nicht nur gefährlich sind, sondern auch die Auffahrenden in eine missliche Lage bringen können. Die Verantwortung für ein sicheres Einfädeln liegt beim auffahrenden Fahrer. Deshalb ist gegenseitige Rücksichtnahme beim Spurwechsel besonders wichtig. Wenn man bedenkt, dass 2021 in Deutschland 2.569 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben verloren haben, ist das Thema Verkehrssicherheit umso drängender.
Verkehrssicherheit im Fokus
Deutschland ist ein Transitland und das Straßennetz wird immer dichter befahren. Pendler, Berufskraftfahrer und Eltern auf dem Weg zur Schule sind nur einige der Verkehrsteilnehmer, die täglich in Gefahr geraten könnten. Die gesetzlichen Unfallversicherungen setzen sich aktiv für die Prävention von Arbeits- und Wegeunfällen im Straßenverkehr ein. Durch Sensibilisierungsmaßnahmen und Schulungen versuchen sie, das Bewusstsein für sichereres Fahren zu schärfen.
Die Rückgänge bei den Verkehrsunfällen in den Jahren 2019 und 2020 wurden übrigens auf das geringere Verkehrsaufkommen während der Corona-Pandemie zurückgeführt. Doch jetzt, wo die Straßen wieder voller sind, ist es umso wichtiger, achtsam zu fahren und die Verkehrsregeln zu beachten. Die Unfallversicherungsträger arbeiten eng mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat zusammen, um präventive Programme zu entwickeln und durchzuführen. Das zeigt, wie wichtig das Thema Verkehrssicherheit in Deutschland ist.
In Freudenstadt und anderswo sollten wir alle einen Beitrag leisten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Denn letztlich sind wir alle für uns selbst und andere verantwortlich. Also, beim nächsten Mal auf der Autobahn: einfach mal blinken, Augen auf und sicher einordnen!
