In Bad Friedrichshall, einer charmanten Stadt im Kreis Heilbronn, hat die Schwarz Gruppe, bekannt durch Lidl und Kaufland, ihre Digitalsparte Schwarz Digits ins Leben gerufen. Die offizielle Eröffnung des Campus steht nun vor der Tür, nachdem der Betrieb bereits Anfang des Jahres gestartet ist. Hier sollen in den kommenden Jahren bis zu 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Aktuell sind bereits rund 3.500 Mitarbeiter vor Ort beschäftigt. Die Expansion in den Bereichen Cloud, Cyber-Sicherheit und künstliche Intelligenz (KI) ist ein zentrales Anliegen des Unternehmens. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die neuartige Cloud-Plattform STACKIT, die seit 2022 auch externen Kunden Dienstleistungen bietet.

Etwa 600 Unternehmen haben sich bereits für STACKIT entschieden, um eine europäische Alternative zu den großen US-Tech-Giganten wie Amazon und Microsoft zu nutzen. Die Datenverarbeitung erfolgt ausschließlich in Deutschland und orientiert sich an den höchsten europäischen Datenschutzstandards. Dies ist besonders wichtig, denn die digitale Souveränität wird in Zeiten von Cyberangriffen und zunehmendem Cyber Crime immer relevanter. Ein neuer Stadtbahn-Bahnhof „Bad Friedrichshall Süd“ wird speziell für den Campus errichtet, wird allerdings erst 2027 in Betrieb genommen. Das Unternehmen hat auch große Pläne in Brandenburg: Ein neues Rechenzentrum im Spreewald wird mit einer Investition von elf Milliarden Euro errichtet, die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Schwarz Gruppe.

Technologische Fortschritte und Partnerschaften

Das geplante Rechenzentrum wird auf einem 13 Hektar großen Gelände des ehemaligen Kraftwerks Lübbenau gebaut und soll mit einer Anschlussleistung von 200 Megawatt betrieben werden, was in etwa der Energieversorgung einer mittelgroßen Stadt entspricht. Ziel ist es, nicht nur eine leistungsfähige Infrastruktur bereitzustellen, sondern auch die entstehende Abwärme zu nutzen, um bis zu 75.000 Haushalte zu versorgen. Die Schwarz Gruppe hat bereits Kooperationen mit prominenten Partnern wie Bosch Mobility, der Polizei Baden-Württemberg und Stihl geschlossen, um den technologischen Fortschritt voranzutreiben.

Die TECH-Konferenz, die bereits zum zweiten Mal auf der Heilbronner Theresienwiese stattfand, hat gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Branchengrößen ist. Rolf Schumann, einer der Co-CEOs von Schwarz Digits, verlässt nach sieben Jahren das Unternehmen. Christian Müller wird nun die Position des alleinigen CEOs übernehmen. Mit der Entwicklung von Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Kooperation mit Schwarz Digits angekündigt, um die digitale Souveränität in Deutschland weiter zu stärken.

Ein Blick in die Zukunft

Mit einem klaren Fokus auf digitale Souveränität und Datenschutz wird Schwarz Digits nicht nur als europäische Alternative zu den großen Anbietern wahrgenommen, sondern auch als Vorreiter in der Entwicklung innovativer Lösungen. Im Jahr 2026 wurde STACKIT von der Europäischen Kommission für eine souveräne Cloud ausgewählt und erhielt eine Förderung von bis zu 180 Millionen Euro über sechs Jahre. Die enge Zusammenarbeit mit dem BSI zur Entwicklung von Cloud-Angeboten zeigt die Ambitionen des Unternehmens, nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern auch im öffentlichen Sektor eine tragende Rolle zu spielen.

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Die Herausforderungen, die Deutschland und Europa durch Cyberaggressionen und Cyber Crime gegenüberstehen, machen deutlich, wie wichtig es ist, einen eigenen, sicheren Raum für digitale Dienstleistungen zu schaffen. Das BSI hat mit den C3A-Kriterien einen Handlungsrahmen entwickelt, der die Transparenz der Souveränitätseigenschaften von Cloud-Diensten verbessern soll. Die Kriterien orientieren sich am europäischen Cloud Sovereignty Framework (EU CSF) und bieten eine wertvolle Grundlage für Anbieter und Kunden.

In Bad Friedrichshall wird also nicht nur gearbeitet, sondern auch an der Zukunft der digitalen Welt gebastelt. Mit vielen spannenden Entwicklungen im Bereich Cloud-Technologien und Cyber-Sicherheit bleibt abzuwarten, wie sich die Landschaft in den kommenden Jahren verändern wird. Die Eröffnung des Campus ist somit nicht nur ein weiterer Schritt für die Schwarz Gruppe, sondern auch ein bedeutendes Signal für die gesamte Branche.

Für weitere Informationen über die Entwicklungen rund um Schwarz Digits, besuchen Sie die ausführliche Berichterstattung auf SWR.de.

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