In der Niedernhaller Stadthalle war es am vergangenen Samstag ein ganz besonderer Tag. Gotthard Wirth, der über 25 Jahre im Dienst war, verabschiedete sich von seiner Position als Erster Landesbeamter des Hohenlohekreises. Nach acht Jahren an der Spitze des Landratsamts wurde er von Landrat Ian Schölzel mit der Goldenen Ehrenmedaille des Hohenlohekreises geehrt. Eine Ehrung, die im Mai vom Kreistag beschlossen wurde, und die an diesem Tag mit viel Emotion und Dankbarkeit überreicht wurde. Bei der Verabschiedung waren 140 Gäste anwesend – ein Zeichen des Respekts und der Wertschätzung für Wirths langjährigen Einsatz.

Am 1. Januar 2001 trat Wirth seine Stelle im Hohenlohekreis an. In den insgesamt 9319 Tagen, die er im Dienst war, sammelte er 5768 Arbeitstage. Ein beeindruckender Lebenslauf, der mit seiner Herzoperation in den letzten Monaten seines Amtszeit einen unerwarteten Dämpfer erhielt. „Wohin Du auch gehst, geh mit ganzem Herzen“, zitierte Wirth Konfuzius, während er sich von seinen Kollegen verabschiedete.

Ein Rückblick auf die Karriere

Die Karriere von Gotthard Wirth begann 1993 beim Landratsamt Heilbronn. 2001 wechselte er zum Hohenlohekreis, nachdem er eine kurze Zeit im Innenministerium verbracht hatte. Seine umfassende Erfahrung und seine Persönlichkeit machten ihn zur idealen Wahl für die Nachfolge von Hans-Günter Lang, als er am 1. Mai 2015 neuer Erster Landesbeamter und stellvertretender Landrat wurde. Dr. Matthias Neth, der damalige Landrat, lobte Wirths Eignung aufgrund seiner Verwaltungserfahrung und seines Verständnisses für die Herausforderungen in der Region.

Während seiner Amtszeit arbeitete Wirth mit drei Landräten: Helmut M. Jahn, Matthias Neth und Ian Schölzel. Kollegen beschreiben ihn als freundlich, offen und klug – Qualitäten, die besonders in Krisenzeiten, wie während der Corona-Pandemie, von großem Wert waren. Michael Foss, ein Weggefährte, bezeichnete ihn als loyal, humorvoll und menschlich. Und nicht zu vergessen Wirths Leidenschaft für den SC Freiburg, die immer wieder zum Schmunzeln führte.

Ein persönlicher Abschied

Wirth, der in Freiburg und Berlin Jura studierte und seine Frau Elisabeth in Heilbronn kennenlernte, plant, oft in die Region zurückzukehren. Die Verabschiedung war nicht nur ein Abschied von einem Amt, sondern auch eine Feier des Lebens und der gemeinsamen Erinnerungen. Es waren viele Emotionen im Raum – sowohl Freude als auch Wehmut. Wirth wird als „Fels in der Brandung“ und „guter Ratgeber“ in Erinnerung bleiben. Seine Kollegen und die Bürger des Hohenlohekreises werden ihn vermissen.

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