In Lörrach hat sich in den letzten Wochen ein spannendes Kapitel der Geschichte aufgetan. Jüngste Ausgrabungen auf der Burg Rötteln haben neue, überraschende Erkenntnisse ans Licht gebracht. Was jahrzehntelang als Kapelle galt, stellte sich als eine Küche heraus – ein echter Überraschungscoup für die Archäologen! Jan Merk, der Leiter des Dreiländermuseums, hob die Wichtigkeit dieser Ausgrabungen hervor. Schließlich ist Rötteln eine der größten Burganlagen in Baden und bietet reichlich Stoff für Geschichtsliebhaber.

Die Ausgrabungen wurden nun erstmals sorgfältig wissenschaftlich durchgeführt. Bertram Jenisch und Andreas Haasis-Berner vom Landesdenkmalamt präsentierten die Ergebnisse im Hebelsaal, und die Anwesenden waren sichtlich beeindruckt von den neuen Erkenntnissen. Die Grabung auf der Oberburg der Burgruine Rötteln fand zwischen dem 22. Mai und dem 21. Juli 2023 statt und wird als die erste Forschungsgrabung an einer Burg im Regierungsbezirk Freiburg seit 19 Jahren angesehen.

Einblicke in die Geschichte

Das Projekt, das durch die Kooperation zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg (LAD) und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg (SSG) ins Leben gerufen wurde, trägt den Namen „Burgen am Oberrhein“. Es wird von der EU im Rahmen des Interreg VI-Programms gefördert und zielt darauf ab, Burgen sichtbarer und bekannter zu machen. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf fast 5 Millionen Euro, wovon 2,9 Millionen Euro aus Mitteln der EU stammen.

Die Grabung brachte bemerkenswerte Funde zutage – darunter hochmittelalterliche Baustrukturen und Material aus dem 12. Jahrhundert. So wurde unter anderem eine 1,6 Meter starke Ringmauer aus lokalem Kalkstein entdeckt, die die höchste Stelle des Berges umschloss. Interessanterweise war der Zugang zur ursprünglichen Burg an einer anderen Stelle als heute. Historisch betrachtet hat die Burg Rötteln eine 900-jährige Geschichte, die eng mit Basel, der Nordschweiz, Burgund und Frankreich verbunden ist. Die Herren von Rötteln waren im 13. und 14. Jahrhundert Vögte für das Basler Kloster St. Alban und stellten sogar drei Bischöfe von Basel.

Ein Gemeinschaftsprojekt

Das Grabungsteam setzte sich aus 63 Teilnehmern zusammen, darunter viele Ehrenamtliche aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat nicht nur den wissenschaftlichen Austausch gefördert, sondern auch neue Freundschaften entstehen lassen. Die Teilnehmer erlebten eine positive Zeit und waren begeistert von der Möglichkeit, aktiv an der Aufdeckung der Geschichte teilzuhaben.

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Die Ergebnisse der Grabung und die Auswertung werden 2024 in einer Wanderausstellung präsentiert – ein Ereignis, auf das sich viele freuen. Die laufenden Sanierungsarbeiten, die seit dem 19. Jahrhundert an der Burg vorgenommen werden, sind ein weiterer Schritt, um die Geschichte von Rötteln lebendig zu halten. Vielleicht wird die Burg eines Tages wieder in altem Glanz erstrahlen und als kulturelles Erbe noch mehr Besucher anziehen.

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