In einem erschütternden Fall, der die Gemüter sowohl in Deutschland als auch in Österreich bewegt, hat die Staatsanwaltschaft Lörrach Anklage gegen eine Jugendliche wegen Totschlags erhoben. Der Vorwurf? Die Tötung ihres Neugeborenen im Februar 2022 und das anschließende Begraben des Babys in Steinen-Hüsingen, im Landkreis Lörrach. Es ist ein Fall, der nicht nur rechtliche, sondern auch tiefgehende menschliche Fragen aufwirft. Die Anklage ist jedoch noch nicht zugelassen. Die Jugendliche war zum Zeitpunkt der Tat minderjährig, weshalb aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Details veröffentlicht werden können. Die Jugendkammer des Landgerichts Freiburg plant bereits vier Verhandlungstermine im Oktober, wobei die Öffentlichkeit von den Sitzungen ausgeschlossen ist.

Die Leiche des Babys wurde im Februar 2022 von einer Spaziergängerin in der Nähe eines Wasserturms gefunden. Die Polizei hatte daraufhin mit Plakaten und Flugblättern nach den Eltern des Säuglings gesucht. Merkwürdigerweise meldete sich wenige Wochen nach dem Fund eine Minderjährige bei der Polizei und gab an, die Mutter des toten Babys zu sein. Doch der Fall bleibt mysteriös, denn im Herbst 2022 wurde in der Nachbargemeinde Maulburg eine weitere Babyleiche entdeckt, die jedoch nicht zugeordnet werden konnte. Die Ermittlungen wurden eingestellt, da unklar blieb, ob dieser Säugling lebend oder tot zur Welt kam. Man fragt sich, wie es zu solchen Tragödien kommen kann und was in den Köpfen der Beteiligten vorgeht. Mehr dazu hier.

Ein weiterer erschütternder Fall in Niedersachsen

Doch nicht nur in Baden-Württemberg gibt es traurige Nachrichten. In Niedersachsen steht eine 33-Jährige wegen Totschlags durch Unterlassen an ihrem Neugeborenen vor dem Landgericht Verden. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe, denn die Leiche des Kindes wurde im Gefrierfach aufbewahrt – in einem leeren Pizzakarton. Die Anklage geht davon aus, dass das Baby zwischen September und Ende Oktober 2024 lebend geboren wurde, in der 27. oder 28. Schwangerschaftswoche und lediglich 940 Gramm wog. Ein erschütternder Gedanke, dass eine Mutter die Nabelschnur durchtrennte, aber notwendige medizinische Hilfe verweigerte, was zum Tod des Säuglings etwa 30 Minuten nach der Geburt führte.

Die Tragödie nahm ihren Lauf, als im Frühjahr 2025 die Mutter der Angeklagten den toten Säugling entdeckte und die Polizei informierte. Zunächst wurde ein Haftbefehl gegen die 33-Jährige erlassen, dieser jedoch später aufgehoben, da kein Hinweis auf eine vorsätzliche Tat vorlag. Es wird nun geprüft, ob die Angeklagte zum Tatzeitpunkt aufgrund ihres Drogenkonsums schuldunfähig war. Seit ihrem elften Lebensjahr konsumiert sie Drogen, darunter Kokain und Heroin, und finanzierte ihre Sucht durch Prostitution. Ein weiteres Kind der Angeklagten wurde 2011 geboren, lebt jedoch nicht bei ihr. Der Vater des toten Säuglings ist unbekannt. Der nächste Prozesstag ist für den 10. März angesetzt, insgesamt sind fünf Verhandlungstermine geplant. Ein Urteil könnte Ende März fallen. Hier gibt es mehr Informationen.

Einblicke in die Zahlen

Um die Tragweite dieser Fälle besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Statistiken zu Kindstötungen in Deutschland. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die durch tätlichen Angriff zu Tode kamen, um nahezu zwei Drittel gesunken. Laut der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2022 nur 25 Kinder registriert, im Vergleich zu 74 im Jahr 1996. Dennoch gibt es auch dunkle Zahlen: Im Jahr 2022 wurden 11 getötete Säuglinge verzeichnet, fünf mehr als im Vorjahr. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wurden 146 Kinder unter 14 Jahren als Opfer von Tötungsdelikten registriert, darunter 114 unter 6 Jahren. Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen, dass die Gesellschaft trotz eines Rückgangs an Kindstötungen nicht gefeit ist vor solchen Tragödien. Hier gibt es tiefere Einblicke.

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