In Ludwigsburg, genauer gesagt im Gewerbegebiet Tammerfeld, gab es kürzlich ein Spektakel der besonderen Art. Rund 2000 Menschen und 800 Fahrzeuge hatten sich zu einem als „Autotreffen“ beworbenen Event versammelt. Die Atmosphäre war geprägt von lauten Motorgeräuschen und dem süßlichen Geruch von verbranntem Gummi, als die Teilnehmer sich versammelten. Doch das, was als harmloses Treffen begann, entwickelte sich rasch zu einem massiven Polizeieinsatz.
Die Polizei sah sich gezwungen, aufgrund erheblicher Verkehrsbeeinträchtigungen und Lärmbelästigungen einzugreifen. Bereits gegen 20 Uhr waren die Parkflächen und ein Teil eines Parkhauses nahezu voll, was die Situation weiter anheizte. Zwei Fahrer, einer im VW Golf und der andere in einem auffälligen orangefarbenen BMW mit Schweizer Kennzeichen, fuhren auf der Autobahn 81 mit über 200 km/h. Während der BMW-Fahrer entkam, wurde der VW Golf am Parkplatz Engelberg von der Polizei gestoppt. Die beiden Insassen, ein 20-jähriger Fahrer und sein 21-jähriger Beifahrer, wurden kontrolliert, und die Aufregung war spürbar.
Ein Polizeieinsatz ohne Ende
Die Situation eskalierte weiter, als elf Streifenwagenbesatzungen anrückten, um die Kontrolle zu übernehmen und Verstöße zu ahnden. Dabei wurden 13 Fahrer wegen unnötigen Lärms angezeigt und bei sieben Fahrzeugen unzulässige Veränderungen festgestellt. Motorradfahrer, die sich über Absperrungen hinwegsetzten, sorgten zusätzlich für Lärm im Parkhaus und führten zu zahlreichen Anrufen bei der Polizei. Man könnte fast sagen, dass die gesamte Szenerie wie ein Actionfilm wirkte, bei dem die Polizei permanent in Bewegung war.
Doch es blieb nicht nur bei diesem einen Vorfall. Am Sonntagmittag wurde in Murr ein weiteres verbotenes Kraftfahrzeugrennen gemeldet, bei dem ein Mercedes AMG und ein Porsche nebeneinander starteten. Der Fahrer des Mercedes wird mit einer Strafanzeige rechnen müssen, während der Porsche-Fahrer erneut entkam. Die Polizei hat bereits die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die durch das Verhalten der Raser gefährdet wurden. Hinweise können telefonisch oder per E-Mail gegeben werden.
In Solingen kam es zeitgleich zu einem ähnlichen Vorfall. Rund 200 Personen hatten sich in einem Industriegebiet zu einem Tuning-Treffen versammelt, und Hinweise auf geplante illegale Autorennen lagen bereits vor. Als die Polizei eintraf, wurde sie aggressiv empfangen, und Pyrotechnik wurde gegen die Einsatzkräfte geworfen – eine erschreckende Entwicklung. Verstärkung wurde angefordert, und die Polizei setzte Reizstoff ein, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Glücklicherweise gab es keine Hinweise auf Verletzte, aber die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun.
Die Lage in Hessen
<pInteressanterweise zeigt sich auch in Hessen ein ähnliches Bild. Dort führte die Polizei an Karfreitag und Karsamstag großangelegte Kontrollen gegen Raser und illegale Tuning-Treffen durch. Rund 270 Einsatzkräfte waren im Einsatz, und dabei wurden 820 Fahrzeuge kontrolliert. Es wurden 51 Straftaten festgestellt und 282 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. In Frankfurt, Darmstadt und Gladenbach waren die Geschwindigkeitsüberschreitungen alarmierend, mit bis zu 70 km/h über dem Limit. Hierbei wurden hochwertige Fahrzeuge sichergestellt und auch in Dillenburg sorgten sieben „Muscle-Cars“ für Aufsehen, indem sie gezielt Lärm in einem Tunnel verursachten.
Die Polizei hat ein flexibles Einsatzkonzept entwickelt, um effektiver gegen illegale Rennen und rücksichtsloses Verhalten vorzugehen. Der Druck auf Raser und Poser wächst, und die Ereignisse in Ludwigsburg sowie in Solingen sind nur die Spitze des Eisbergs. Es bleibt abzuwarten, wie die Polizei künftig mit solchen Treffen umgehen wird und ob sich die Lage entspannen kann. Ein Blick auf die Straßen und die Tuning-Szene zeigt, dass das Thema nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden wird.