Im Main-Tauber-Kreis sind die ersten Exemplare der Asiatischen Hornisse aufgetaucht, was mit dem Anstieg der Temperaturen zusammenhängt. Diese invasive Art stellt eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt, insbesondere für Honigbienen, Imkerei sowie Obst- und Weinbau dar. Dr. Monique Müller, die Leiterin des Umweltschutzamtes, hebt die Wichtigkeit der Wachsamkeit der Bevölkerung hervor. Bürger werden aufgefordert, Königinnen und Nester der Asiatischen Hornisse an die Landesanstalt für Umwelt zu melden. Bisher wurden nur wenige Vorkommen im Kreis bestätigt, unter anderem im Maintal nahe Freudenberg und Wertheim sowie im Raum Creglingen. Ein Nest wurde im Jagsttal bei Dörzbach im Hohenlohekreis nachgewiesen. Die Asiatische Hornisse kann jedoch im gesamten Kreisgebiet angetroffen werden, sodass erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist.

Die Asiatische Hornisse wurde erstmals 2004 in Frankreich nachgewiesen und hat sich seitdem über Europa verbreitet, 2014 erreichte sie Deutschland. In Baden-Württemberg liegt der Schwerpunkt der Fundpunkte entlang des Rheins, mit einer zunehmenden Ausbreitung in Richtung Neckar. Die Gefahr, die von dieser Art ausgeht, wird zunehmend ernst genommen, nicht zuletzt aufgrund der allergischen Reaktionen, die ihre Stiche auslösen können. Königinnen suchen geschützte Stellen für ihre Nester, oft in Siedlungsräumen, wie beispielsweise unter Dachvorsprüngen oder in Garagen.

Bekämpfungsmaßnahmen und Unterstützung

Um die Etablierung der Asiatischen Hornisse einzudämmen, ist eine frühzeitige Entfernung von Funden notwendig. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz stellt 95.000 Euro für die Entfernung von Primärnestern zur Verfügung und fördert die Entfernung eines Primärnestes mit 60 Euro zwischen dem 1. Mai und 31. Juli. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Nestentfernungen nur von geschulten Personen mit geeigneter Schutzausrüstung durchgeführt werden dürfen. Im Jahr 2025 wurden rund 125 Personen im Auftrag des Landes ausgebildet, und diese Schulungen werden auch 2026 fortgesetzt. Die Bezuschussung der Entnahme richtet sich an registrierte Nestentferner oder Schädlingsbekämpfer.

Der Handel bietet derzeit verschiedene Fallen zum Fang von Asiatischen Hornissen an, jedoch sind diese nicht selektiv. Im Jahr 2025 wurden in Baden-Württemberg knapp 3.300 Nester der Asiatischen Hornisse gemeldet, was mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr sind. Trotz der Bekämpfungsmaßnahmen rechnen die Behörden mit einer weiteren Ausbreitung und einer steigenden Anzahl von Nestern.

Ein flächendeckendes Problem

Die Asiatische Hornisse wird seit 2023 vom Bundesumweltministerium als „weit verbreitet“ eingestuft, was die Sorgen bei Imkern sowie Obst- und Weinbauern verstärkt. Die Pflicht zur Entfernung jedes Nests entfällt, und eine flächendeckende Beseitigung ist sowohl teuer als auch ineffektiv. Karlsruhe gilt als Hotspot der Ausbreitung in Baden-Württemberg. Die Hornisse verteidigt ihr Nest energisch, und ihre Stiche können ernsthafte allergische Reaktionen hervorrufen. Ursprünglich stammt diese Art aus Südostasien und ist kleiner als heimische Hornissen. Charakteristisch sind ihr dunkler Körper und die gelben Füße.

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Die Gründungsnester der Asiatischen Hornisse entstehen oft in geschützten Bereichen wie Schuppen oder Rollladenkästen, während die Kolonien im Sommer in die Baumwipfel ziehen. Sekundärnester werden meist erst im Herbst sichtbar. Die Tiere ernähren sich unter anderem von anderen Insekten und sind nicht aggressiver als heimische Hornissen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist es nun umso wichtiger, aufmerksam zu bleiben und mögliche Sichtungen über die „Meldeplattform Asiatische Hornisse“ oder die „Meine Umwelt App“ zu melden, damit die Landesanstalt für Bienenkunde die Meldungen verifizieren kann.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Quelle sowie auf den Seiten des SWR.