Im Neckar-Odenwald-Kreis stehen die kreiseigenen Kliniken vor einer ernsten Herausforderung. Hier gibt es tiefrote Zahlen: Die Krankenhäuser in Mosbach und Buchen haben zusammen ein Defizit von rund 12 Millionen Euro pro Jahr, und das ist ganz klar eine steigende Tendenz. Gesundheits- und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) war am Montag im Mosbacher Krankenhaus zu Besuch und brachte einige wichtige Empfehlungen mit. Der Minister riet dazu, sich auf ein Krankenhaus zu konzentrieren und nicht am Alten festzuhalten. Das klingt nach einer klaren Ansage!
In zwei Wochen wird der Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises über die Zukunft der beiden Krankenhäuser beraten. Die Defizite von Kreis, Städten und Gemeinden können nicht länger getragen werden, da besteht eindeutig Handlungsbedarf. Ein aktuelles Gutachten schlägt vor, das Buchener Krankenhaus auszubauen und als einziges Krankenhaus im Flächenlandkreis zu etablieren. Das bedeutet, dass der Standort in Mosbach zu einem „sektorenübergreifenden Versorger“ mit einem eingeschränkten Angebot umgestaltet werden soll. Klingt nach einem großen Umbruch!
Dringender Handlungsbedarf
Minister Lucha warnte, dass ohne schnelle Entscheidungen beide Häuser gefährdet sind. Besonders die Auslastung der beiden Krankenhäuser ist im Landesvergleich schlecht. Mosbachs Oberbürgermeister Julian Stipp (SPD) hat die Aufgabe, die Belegungszahlen zu erhöhen, was nicht einfach wird. Der Druck wächst, und die Zeit drängt – strukturelle Veränderungen dürfen nicht mehr hinausgezögert werden, wenn man das Überleben beider Einrichtungen sichern möchte. Das ist kein leichtes Unterfangen, zumal die kritische Lage auch die Patientenversorgung betrifft.
Ein weiterer Aspekt, der hier wichtig ist: Im Jahr 2026 werden zusätzliche 79 Millionen Euro zur normalen Krankenhausfinanzierung zur Verfügung stehen, das sind 18,8 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr. Diese Gelder werden für bedarfsnotwendige Krankenhäuser im ländlichen Raum bereitgestellt. Die Förderung richtet sich nach der Anzahl der Fachabteilungen, und es gibt sogar Zuschläge, die auch ohne Defizit ausgezahlt werden können. Das könnte für die Kliniken im Neckar-Odenwald-Kreis eine wichtige Unterstützung darstellen, um nicht nur wirtschaftlich zu überleben, sondern auch die Qualität der Versorgung zu sichern.
Die Zukunft im Blick
Der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben sich bereits auf eine Liste von bedarfsnotwendigen Krankenhäusern geeinigt, die von dieser Förderung profitieren könnten. 129 solcher Einrichtungen werden pauschal unterstützt, was für die lokale Versorgung von großer Bedeutung ist. Lucha und die Verantwortlichen im Neckar-Odenwald-Kreis sollten sich vielleicht genau anschauen, wie diese Zuschläge genutzt werden können, um die Kliniken zu stabilisieren und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen finanziellen Möglichkeiten und der Notwendigkeit, eine hochwertige medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Die Situation ist angespannt, und die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Ob es gelingt, die Krankenhäuser in Mosbach und Buchen auf einen besseren Kurs zu bringen, bleibt abzuwarten. Ein klarer Fokus auf notwendige Veränderungen ist unerlässlich, um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung in der Region auch in Zukunft sicherzustellen. Der Kreistag wird sich dieser Herausforderung stellen müssen, und die Bürger können nur hoffen, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden.