Im Neckar-Odenwald-Kreis, genauer gesagt in Mosbach, hat der Kreistag in einer Sitzung am Mittwoch in Mudau eine bedeutende Entscheidung über die Zukunft der örtlichen Krankenhäuser getroffen. Trotz eines gewaltigen Millionen-Defizits wird beschlossen, die beiden Kliniken in Mosbach und Buchen für die nächsten drei Jahre unverändert weiterzuführen. Eine endgültige Entscheidung über die langfristige Zukunft dieser Einrichtungen wird jedoch erst für 2029 erwartet. Das Ziel für die kommenden Jahre ist ambitioniert: Die Belegungszahlen, die derzeit bei knapp 50 Prozent liegen, sollen auf mindestens 60 Prozent gesteigert werden. Hierfür sollen neue, moderne Versorgungsformen etabliert werden, insbesondere im Hinblick auf die bundesweite Krankenhausreform.

Der Kreistag folgte einem interfraktionellen Antrag von Mosbacher Kreisrätinnen und Kreisräten. Ein Vorschlag der Kreisverwaltung, ein Regionales Gesundheitszentrum Neckar-Odenwald zu planen, wurde jedoch abgelehnt. Dieser Vorschlag sah unter anderem den Ausbau des Krankenhauses in Buchen und die Umwandlung des Hauses in Mosbach in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung vor. Zudem sollte die Möglichkeit geprüft werden, ein kommunales Medizinisches Versorgungszentrum in Mosbach zu gründen. Die finanzielle Lage der kreiseigenen Kliniken ist angespannt: Beide Häuser machen zusammen jährlich rund zwölf Millionen Euro Defizit. Ein Gutachten empfahl sogar, das Mosbacher Krankenhaus zu verkleinern und das Buchener Krankenhaus zu erweitern.

Widerstand und Unterstützung

Im Raum Mosbach regte sich massiver Widerstand gegen die Vorschläge zur Schließung oder Verkleinerung des Krankenhauses. Das Bündnis Klinikrettung feierte den Beschluss des Kreistags als Erfolg. Im Januar gingen 1.500 Menschen für den Erhalt des Krankenhauses auf die Straße. Die Kreistagsmehrheit stimmte dafür, das Krankenhaus in Mosbach und das zweite Krankenhaus in Buchen trotz des Defizits weiter zu betreiben. In den nächsten drei Jahren sollen Lösungen für die aktuelle Unterfinanzierung gefunden werden. Während Befürworter des Antrags die Notwendigkeit betonen, sich Zeit für eine verantwortungsvolle Entscheidung zu nehmen, stehen diese Schritte im Widerspruch zur Krankenhausreform, die eine Reduzierung der stationären Aufenthalte und eine verstärkte ambulante Behandlung anstrebt.

Die Ursachen für die Unterfinanzierung von Krankenhäusern sind vielfältig. Sie liegen unter anderem in der unzureichenden Finanzierung von Leistungen der Grund- und Regelversorgung, Notfallversorgung sowie Geburtshilfe und Kindermedizin. Prof. Dr. Erika Raab, Juristin und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling, klagt gegen die Bundesregierung wegen systematischer Unterfinanzierung und fordert eine bessere Ausstattung der Krankenhäuser. Das Bündnis Klinikrettung plant, am 10. Juni Forderungen für eine andere Krankenhauspolitik an die Gesundheitsministerkonferenz in Hannover zu überreichen. Der Protest wird zusammen mit anderen gesundheitspolitischen Initiativen organisiert, und der Treffpunkt ist um 10 Uhr am Hauptbahnhof in Hannover, am Ernst-August-Denkmal.

Die Zukunft der Krankenhausreform

Während die Krankenhäuser in Mosbach und Buchen nun erst einmal eine Bestandsgarantie genießen, bleibt die Frage, wie es mit der allgemeinen Krankenhausversorgung in Deutschland weitergeht. Die Bundesregierung hat mit der Krankenhausreform das Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Kosten zu senken. Weitere Informationen zu den Hintergründen und Details der Reform finden Sie auf der offiziellen Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

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