Am 13. Mai 2026 fand in der Villa Rehfus in Kehl eine spannende Veranstaltung statt, die den Austausch zwischen Entscheidungsträgern und grenzüberschreitenden Einrichtungen am Oberrhein fördern sollte. Organisiert vom Ortenaukreis, unter der Initiative von Landrat Thorsten Erny, war das Ziel klar: Die Funktionsweise der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Herausforderungen in der Grenzregion zu beleuchten. Hierbei kamen zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie die Leitungen der grenzüberschreitenden Einrichtungen zusammen.
Die Veranstaltung war nicht die erste ihrer Art. Bereits im Frühjahr 2025 gab es eine Schulung, die sich mit dem politisch-administrativen System Frankreichs im Vergleich zu Deutschland befasste. Der Zuspruch war groß, und der Wunsch nach weiterem Austausch entstand. Dies führte zu der aktuellen Zusammenkunft, bei der unter anderem Einrichtungen wie der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau, INFOBEST Kehl/Strasbourg, das Euro-Institut und das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz vorgestellt wurden.
Grenzen überwinden und Synergien nutzen
Die Aktivitäten umfassten die Vorstellung von Aufgaben und Projekten der Einrichtungen, während gleichzeitig über den Nutzen der Arbeit für Bürger, Kommunen und Institutionen diskutiert wurde. Besonders interessant war der „Borderwalk“ mit Hochschulprofessor Michael Frey, der den Teilnehmern half, die Grenzregion auf eine ganz neue Weise zu erkunden. Es war spürbar, dass der Austausch der Akteure nicht nur die Vernetzung stärkt, sondern auch die grenzüberschreitenden Strukturen vor Ort greifbarer macht.
Ein wichtiger Partner in dieser Initiative ist der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau, der grenzüberschreitende Projekte und die Partnersuche unterstützt. Jährlich stehen dafür 100.000 € im Eurodistrikt-Fonds zur Verfügung, und für das Jahr 2023 wurde das Finanzvolumen sogar auf 150.000 € erhöht! Diese Erhöhung soll die fehlende Einrichtung des Interreg-Kleinprojektefonds in der Förderperiode 2021-2027 kompensieren. Ziel ist es, eine schnelle, niederschwellige Förderung deutsch-französischer Projekte im Eurodistriktgebiet zu ermöglichen.
Fördermöglichkeiten und Antragsverfahren
Interessierte können ganzjährig Förderanträge beim Eurodistrikt-Generalsekretariat einreichen, wobei die Frist mindestens sechs Wochen vor Projektstart liegt. Rückwirkende Förderungen sind leider nicht möglich, was bei vielen Initiativen für etwas Frustration sorgt. Anfragen bis 5.000 € werden direkt durch den Präsidenten entschieden, während größere Beträge über ein grenzüberschreitendes Auswahlkomitee oder den Rat geprüft werden müssen. Die Sitzungstermine des Eurodistrikt-Rats sind öffentlich einsehbar, was Transparenz schafft und den Austausch fördert.
Es ist wirklich ermutigend zu sehen, wie die Akteure aktiv daran arbeiten, die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg zu intensivieren. Solche Initiativen sind entscheidend, um die regionale Identität zu stärken und das Bewusstsein für die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu schärfen. Die Veranstaltung in der Villa Rehfus ist nur ein weiterer Schritt in eine vielversprechende Zukunft, in der der Austausch zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur eine Idee, sondern gelebte Realität ist.
