Heute, am 19. Juni 2026, habe ich die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Remsbahn zu werfen, die zwischen Stuttgart und Ellwangen verkehrt. Im Fokus steht Sina S., eine engagierte Zugbegleiterin, die seit fast sechs Jahren in diesem Job arbeitet. Der Zug MEX 13 hat gerade um 14:26 Uhr pünktlich den Bahnhof Schwäbisch Gmünd verlassen. Sina hat eine freundliche Art, die sofort ins Auge springt, und sie spricht begeistert mit den Fahrgästen. Unter ihnen ist eine Gruppe in Dirndl und Lederhosen, die auf dem Weg zum Frühlingsfest in Stuttgart ist. Man spürt förmlich die Vorfreude in der Luft!

Während ihrer täglichen Arbeit kontrolliert Sina Fahrscheine und kümmert sich um die Anliegen der Reisenden. Bei einer Kontrolle stößt sie auf einen Fahrschein, der zunächst ungültig erscheint. Nach einer kurzen Überprüfung im System wird er jedoch akzeptiert. Es ist interessant zu hören, dass sie Schwarzfahren nicht oft erlebt und dass sie Spielraum hat, um auf solche Situationen zu reagieren. Sina sieht sich nicht nur als Kontrolleurin, sondern auch als Ansprechpartnerin, was in der heutigen Zeit, wo der Ton oft rauer wird, umso wichtiger ist.

Deeskalationstraining als Schlüssel zum Erfolg

Bevor sie Zugbegleiterin wurde, arbeitete Sina 21 Jahre lang als Zahnarzthelferin. Ihr Mann, ein Lokführer, hat sie dazu inspiriert, diesen Jobwechsel zu wagen. Auch wenn es in der Branche gefährliche Vorfälle gibt – wie den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz – hat sie keine Angst. „Ich denke positiv“, sagt sie und verweist auf das Deeskalationstraining, das sie während ihrer Ausbildung absolviert hat. Das hilft nicht nur bei der Arbeit, sondern ist auch wichtig, um mit betrunkene Fahrgästen oder bei Verspätungen umzugehen.
Ein weiterer Aspekt, der immer wieder in den Medien auftaucht, ist die Zunahme gewalttätiger Übergriffe auf Zugbegleiter. Verbal und körperlich nimmt die Aggression zu. Deshalb sind Deeskalationstrainings nicht nur für neue, sondern auch für erfahrene Zugbegleiter von großer Bedeutung. Diese Trainings helfen, kritische Situationen zu entschärfen und gewalttätige Übergriffe zu verhindern.

Ein Beispiel dafür ist ein Training, bei dem Colin Hartmann, ein Azubi, mit einer „aggressiven Fahrgast“-Rollenspielerin konfrontiert wird. Das Szenario spielt sich in einem leeren Zug auf einem Wartegleis ab. Hier werden die angehenden Zugbegleiter auf die Ernsthaftigkeit des Jobs vorbereitet. Es ist spannend zu beobachten, wie Colin versucht, empathisch zu reagieren und eine Lösung zu finden. Die Trainerin, Alexandra Hagino, lobt seine Ansätze – ein gutes Zeichen für die künftige Generation von Zugbegleitern.

Die Herausforderungen im ÖPNV

Die Realität im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist oft rau. Die Gewaltschwelle gegenüber Mitarbeitern ist gesunken. Mitarbeiter, insbesondere Sicherheitskräfte und Zugbegleiter, sind häufig betroffen. Die Frustration bei Fahrgästen, sei es wegen gesperrter Toiletten oder Verspätungen, führt oft zu aggressivem Verhalten. Gewerkschaften fordern mehr Sicherheitspersonal und auch Videoüberwachung in Zügen. In diesem Zusammenhang scheint es, als würde das Deeskalationstraining nicht nur die Sicherheit der Mitarbeiter erhöhen, sondern auch das Wohlbefinden der Fahrgäste steigern.

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Insgesamt ist es enorm wichtig, dass Zugbegleiter wie Sina S. nicht nur die Fahrkarten kontrollieren, sondern auch eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Reisenden wohlfühlen. Die Selbstverteidigungs- und Deeskalationstrainings, die bundesweit angeboten werden, sind somit nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch ein Zeichen dafür, wie ernst man die Sicherheit im ÖPNV nimmt.

Für all jene, die sich für eine Karriere als Zugbegleiter interessieren, sind die Voraussetzungen klar: Gute Deutschkenntnisse, Kommunikationsfreude und ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein sind unerlässlich. Auch wenn es momentan keine offenen Stellen in der Kundenbetreuung bei Arverio gibt, bleibt die Ausbildung beim Zugbegleiter ein spannender und abwechslungsreicher Weg.

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