Heute ist der 18.04.2026 und wir blicken in den Ostalbkreis, wo sich die Natur in voller Pracht entfaltet. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Naturgarten von Gertrudis und Franz Tuschl in Mögglingen. Umgeben von üppigen Bäumen und Sträuchern bleibt ihr Haus nur teilweise sichtbar. Hier blühen Rosen, Zwetschgen-, Apfel- und Birnbäume sowie Tulpen und Osterglocken, die die Umgebung in ein farbenfrohes Paradies verwandeln.
Gertrudis Tuschl berichtet, dass viele Pflanzen durch Vögel in ihren Garten gekommen sind. Sie pflegt eine Vielzahl von über 200 Rosenarten und insgesamt weit über 1000 Pflanzenarten, während selbst gewachsene Pflanzen wie Eiben, Kirschlorbeer und Felsenbirne den Garten bereichern. Der Boskop-Apfelbaum, der in den 1970er-Jahren beim Hausbau gepflanzt wurde, ist ein weiterer Schatz dieses Gartens. Ihr Ansatz ist klar: Ein Naturgarten wächst mit der Natur und bietet Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, ohne auf chemische Dünger oder Pflanzenschutzmittel zurückzugreifen.
Die Philosophie des Naturgartens
Die regelmäßige Pflege gehört ebenfalls zu Tuschls Gartenphilosophie. Sie schneidet verblühte Pflanzen ab, um deren Kraft zu erhalten, und zieht Stauden, Obst und Gemüse selbst. Gießen ist selten nötig, da der bewachsene Boden Feuchtigkeit speichert. Im Hochsommer bleibt es im Haus angenehm kühl, was die Lebensqualität der Tuschls steigert. Ein selbstgebautes „Salatregal“ aus einer alten Europalette ermöglicht es ihnen, Salat, Radieschen, Lauch und Erdbeeren zu ziehen.
Ein Naturgarten, so Tuschl, zeigt eine Verbindung von Ordnung und Wildnis, eine ständig sich verändernde Symbiose. Dies entspricht den Prinzipien der Permakultur und des ökologischen Gärtnerns, die darauf abzielen, Gärten zu gestalten, die Bienen und Vögel anziehen. Die Auswahl heimischer Pflanzen, die Nahrung und Unterschlupf für Tiere bieten, ist dabei von zentraler Bedeutung. Gehölze wie Eberesche und Kornelkirsche sind vorteilhaft, und Wildblumenwiesen bieten Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle.
Nachhaltigkeit im Gartenbau
Die Tuschls setzen auch auf Kompostierung, indem sie eigenen Kompost aus Garten- und Küchenabfällen anlegen. Auf Kunstdünger wird verzichtet und stattdessen werden Pflanzenjauchen, wie Brennnesseljauche, zur natürlichen Düngung verwendet. Um Schädlinge auf ökologische Weise zu bekämpfen, kommen Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer zum Einsatz. Diese Strategien unterstützen nicht nur die Gesundheit des Gartens, sondern fördern auch die Biodiversität.
Wer sich für die naturnahe Garten- und Außengestaltung interessiert, kann sich an Experten für ökologische Gärten wenden. Diese Fachleute bieten Beratung zur nachhaltigen Gartengestaltung und unterstützen Privatgärten sowie öffentliche Grünflächen. Es gibt Möglichkeiten, Gärten selbst anzulegen oder projektweise mit Gartenbaufirmen zu arbeiten. So können auch Schulen und Kindertagesstätten von Mitmach-Baustellen profitieren und lernen, wie man mit heimischen Wildpflanzen und natürlichen Baustoffen arbeitet.
Der Garten von Gertrudis und Franz Tuschl ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Schönheit und die Vielfalt eines Naturgartens. Er zeigt, dass ökologisches Gärtnern nicht nur möglich, sondern auch äußerst lohnenswert ist. Wer sich auf diese Reise einlässt, kann nicht nur die Natur genießen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Mehr Informationen findet man unter Schwäbische Post, NDR und Naturgartenwelt.