Islamischer Religionsunterricht in Deutschland: Ein Schritt zur Vielfalt und Toleranz
Heute ist der 2.06.2026 und im Rems-Murr-Kreis gibt es spannende Neuigkeiten, die weit über die Region hinausstrahlen. Der islamische Religionsunterricht, ein reguläres Schulfach in Baden-Württemberg, gewinnt an Bedeutung. Besonders aufmerksame Ohren sollten auf Gökçen Sara Tamer-Uzun hören, eine der ersten Lehrkräfte, die diesen Unterricht an Schulen eingeführt hat. Jetzt bildet sie Lehrerinnen und Lehrer im Fach „Islamischer Religionsunterricht“ aus. Das Interesse an diesem Fach wächst, und das nicht ohne Grund!
Am 9. Juni wird Tamer-Uzun in Waiblingen über den Zusammenhang zwischen diesem Unterricht und Demokratiebildung informieren. Das klingt schon mal interessant, oder? Dabei wird sie auch erläutern, wie der „Islam im Klassenzimmer“ aussieht. In zwei Schulen im Rems-Murr-Kreis wird dieser Unterricht bereits angeboten – ein Schritt in die richtige Richtung, um Vielfalt und Toleranz bereits in der Schule zu fördern. Mehr Informationen zu den Hintergründen finden Sie in einem Artikel auf zvw.de.
Ein Blick über die Grenzen
Aber das ist nicht alles! Wenn wir einen Blick über die Landesgrenzen werfen, wird klar, dass islamischer Religionsunterricht in Deutschland ein vielschichtiges Thema ist. In elf Bundesländern gibt es an öffentlichen Schulen entweder islamischen Religionsunterricht oder Angebote für muslimische Schüler. In Berlin beispielsweise wird der Unterricht von der „Islamischen Föderation Berlin“ seit 2001 angeboten, allerdings ist er kein ordentliches Fach und nicht verpflichtend. Niedersachsen hingegen hat das Ganze als reguläres Angebot etabliert, das durch ein Beiratsmodell organisiert wird. Hier ist also jede Region auf ihre Art und Weise aktiv.
In Hessen gab es kürzlich einige Turbulenzen: Der staatlich verantwortete Islamkundeunterricht und der bekenntnisorientierte IRU wurden in Kooperation mit DITIB und der Ahmadiyya-Gemeinde angeboten. Doch die Zusammenarbeit mit DITIB wurde 2020/21 wegen fehlender Unabhängigkeit beendet. DITIB klagte erfolgreich, und der Unterricht wird fortgeführt. In Rheinland-Pfalz wird sogar daran gearbeitet, einen bekenntnisorientierten IRU als ordentliches Fach einzuführen. Spannend, wie unterschiedlich die Ansätze sind!
Die Zahlen sprechen für sich
<pLaut neuesten Berichten nehmen im Schuljahr 2024/25 mindestens 81.000 Schüler am islamischen Religionsunterricht teil. Dies ist ein bemerkenswerter Anstieg, denn noch 2015/16 waren es rund 43.000 Schüler. Und das, obwohl die Nachfrage bei weitem nicht gedeckt ist. Die Deutsche Islam Konferenz schätzte bereits 2009, dass etwa 580.000 Schüler IRU besuchen sollten. Aktuell gibt es in Deutschland mehr als eine Million Schüler islamischen Glaubens. Das lässt darauf schließen, dass das Thema nicht nur lokal, sondern auch bundesweit von großer Relevanz ist.
Insgesamt zeigt sich, dass der islamische Religionsunterricht in Deutschland ein dynamisches Feld ist, das sich ständig weiterentwickelt. Die Initiativen in den verschiedenen Bundesländern sind ein Schritt in Richtung einer inklusiven Bildung, die die kulturelle Vielfalt der Schüler widerspiegelt. Das ist der Weg in eine gemeinsame Zukunft, in der Toleranz und Respekt großgeschrieben werden.
