Im Rems-Murr-Kreis, einer Region in Deutschland, wird das Thema Kinderarztmangel immer drängender. Werdende Eltern haben zunehmend Schwierigkeiten, einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin zu finden. Dies führt dazu, dass Familien, die in diesen Kreis ziehen, oft weite Wege zu ihrem alten Kinderarzt zurücklegen müssen. Statistisch gesehen ist ein Kinderarzt im Rems-Murr-Kreis für 1.831 Kinder zuständig – das sind schon ganz schön viele kleine Patienten für einen einzelnen Arzt! Besonders in den letzten Jahren hat sich die Situation verschärft. Der Kinderarztmangel ist nicht nur ein lokales Problem, sondern betrifft viele Landkreise in Deutschland. Interessanterweise sind die Versorgungssituationen dabei alles andere als einheitlich (siehe dazu mehr in diesem Artikel).

Wenn man darüber nachdenkt, wird schnell klar, dass Eltern in ländlichen Gebieten oft das Nachsehen haben. Die überlasteten Kinderarztpraxen können häufig keine neuen Patienten aufnehmen, was zu einem wahren Wettlauf um die letzten verfügbaren Termine führt. Vor allem während der Erkältungswelle spüren Eltern und Kinder die Auswirkungen des Ärztemangels. Viele sind gezwungen, in einem größeren Radius zu telefonieren, nur um einen Termin für ihr Kind zu ergattern. Die Frustration ist spürbar und die Suche nach einem Arzt wird für viele Familien zur echten Herausforderung.

Überlastete Praxen und unbesetzte Stellen

In Deutschland sind zahlreiche Kassensitze für Kinder- und Jugendärzte unbesetzt. Besonders betroffen sind die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Hier berichten Eltern aus dem Nordschwarzwald von ähnlichen Schwierigkeiten wie im Rems-Murr-Kreis. Ein Grund für den Mangel an Kinderärzten ist oft der Ruhestand ohne entsprechende Nachfolger. Viele der derzeit praktizierenden Ärzte sind über 60 Jahre alt und werden bald in den Ruhestand gehen – was passiert mit der medizinischen Versorgung, wenn sie weg sind?

Die Teilzeitarbeit unter Ärzten trägt ebenfalls zur Reduzierung der vertragsärztlichen Kapazitäten bei. Wenn immer mehr Ärzte nur noch in Teilzeit arbeiten, wird die Situation für die Patienten nicht besser. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat bereits gefordert, dass die Rahmenbedingungen für die Niederlassung attraktiver gestaltet werden müssen. Auch die Ausbildungssituation sollte sich dringend verbessern: Mehr Medizin-Studienplätze und Weiterbildungskapazitäten sind gefordert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Aktiv werden für die Zukunft

Eine Online-Petition von Vätern aus Baden-Württemberg, die auf das Problem aufmerksam macht, ist bereits ins Leben gerufen worden. Es wird Zeit, dass die Politik und die Kassenärztliche Vereinigung Maßnahmen ergreifen, um den Mangel an Kinderärzten zu beheben. Eltern und Ärzte fordern von der Politik ein Umdenken, denn die Gesundheit der Kinder sollte immer an oberster Stelle stehen. Die Sorgen und Nöte der Eltern sind nicht zu unterschätzen, und die Situation erfordert schnelles Handeln. Schließlich sind es unsere Kinder, die von diesen Missständen betroffen sind – und die Zukunft sieht düster aus, wenn nicht bald etwas passiert.

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