Heute ist der 15.05.2026, und Schwäbisch Gmünd steht vor einer Herausforderung, die nicht nur die Stadt, sondern auch ganz Deutschland betrifft. Die demografische Entwicklung macht sich bemerkbar: Bis 2040 wird die Zahl der über 65-Jährigen in Schwäbisch Gmünd von 14.600 auf knapp 17.000 steigen. Das hat Verena Weber, Sozialplanerin im Landratsamt Ostalbkreis, in einer aktuellen Präsentation zur Pflegesituation und den künftigen Planungen deutlich gemacht. Oberbürgermeister Richard Arnold bringt es auf den Punkt: Wir müssen neue Wege in der Pflege finden, um die stationären Pflegeplätze zu reduzieren, denn der Bedarf wächst.

Die aktuelle Situation ist alarmierend. 2040 wird jede vierte Person in Gmünd über 65 Jahre alt sein. Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt mit dem Alter – 6% bei 70-Jährigen, aber dramatische 79% bei den über 90-Jährigen. Momentan gibt es 698 Menschen in stationärer Langzeitpflege, und bis 2040 könnten es 762 sein. Das klingt nach einer besorgniserregenden Tendenz, die es zu bewältigen gilt. Arnold kritisiert zudem die Landesheimbau-Verordnung, die den Umbau bestehender Gebäude erschwert und teurer macht. Ein trauriges Beispiel ist die Seniorenanlage St. Anna, die ein intaktes Gebäude aufgeben musste. Die Neubaukosten von 7.000 Euro, bei einem Eigenanteil von 5.100 Euro, sind für viele nicht tragbar.

Perspektiven für die Pflege

Stadtrat Sebastian Fritz hat berechtigterweise nach den Plänen für den Altbau St. Anna gefragt. Es gibt Überlegungen, ambulante Wohngemeinschaften zu schaffen. Das klingt nach einer spannenden Möglichkeit, die Senioren besser in das soziale Gefüge der Stadt zu integrieren. Verena Weber hat auch Modelle zur besseren Unterstützung älterer Menschen in Wohnquartieren erwähnt, beispielsweise durch ehrenamtliche Helfer. Diese Ansätze könnten die Lebensqualität der älteren Generation erheblich steigern.

Darüber hinaus bietet der Evangelische Verein Schwäbisch Gmünd das Programm „Begleitetes Wohnen daheim“ an, das ältere Menschen unterstützt, in ihrem gewohnten Umfeld zu leben. Die Bedeutung von Fachkräften aus dem Ausland wird ebenfalls hervorgehoben. In St. Anna haben 40 von 70 Mitarbeitenden Migrationshintergrund, bei den Auszubildenden sind es sogar 80%. Das zeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit in der Pflege ist, denn die Nachfrage nach Pflegekräften wird in ganz Deutschland wachsen.

Die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass der Bedarf an Pflegekräften in Deutschland bis 2049 voraussichtlich um ein Drittel auf 2,15 Millionen steigen wird. Im Jahr 2019 waren es noch 1,62 Millionen. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen könnten. Diese Zahlen sind alarmierend und verdeutlichen, dass wir uns ernsthafte Gedanken über die Zukunft machen müssen. Die Babyboomer-Generation, die bald in Rente geht, wird den Rückgang der Beschäftigten in der Pflegebranche weiter verschärfen. In den nächsten zehn Jahren wird die Pflegebranche also vor einer echten Herausforderung stehen.

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Die Vorausberechnungen zeigen zwei Varianten: Die Trend-Variante, die von positiven Entwicklungen in den 2010er Jahren ausgeht, prognostiziert einen Anstieg der Pflegekräfte bis 2034 auf 1,74 Millionen. Im Gegensatz dazu geht die Status quo-Variante von einem Rückgang auf 1,48 Millionen aus. Das ist ein harter Schlag, wenn man bedenkt, dass wir für die Zukunft gewappnet sein müssen. Diese Berechnungen sind jedoch nur „Wenn-Dann-Aussagen“ und keine Prognosen. Dennoch sind sie ein eindringlicher Hinweis darauf, dass jetzt gehandelt werden muss.

Für weitere Informationen zu den Herausforderungen und Entwicklungen in der Pflegebranche besuchen Sie die Seite des Bundesgesundheitsministeriums.