Heute ist der 12.05.2026, und die Stadt Tübingen sieht sich mit einer besorgniserregenden Situation konfrontiert. Das Biotech-Unternehmen Curevac steht vor der Schließung mehrerer Standorte, was nicht nur den Forschungsstandort Tübingen, sondern auch die Entwicklung der RNA-Technologie gefährden könnte. Biontech, das Curevac im Januar übernommen hat, plant aufgrund von Überkapazitäten und Kostensenkungen, bis Ende 2027 etwa 1.900 Stellen zu streichen, darunter auch alle CureVac-Standorte. Rund 800 Jobs am Stammsitz in Tübingen sind direkt bedroht, und die Folgen könnten weitreichend sein.

Klaus Eichenberg, Geschäftsführer des Forschungsverbunds Bioregio Stern, hat bereits lautstark mehr Unterstützung vom Land gefordert. Er denkt an Förderprogramme und ein Exzellenzzentrum für mRNA-Technologie an der Universität Tübingen. Die Region Tübingen, Stuttgart und Reutlingen gilt als bedeutender Biotech-Standort mit über 70 Firmen. Branchenvertreter warnen eindringlich vor einem Signal, das möglicherweise verheerende Folgen für den Standort haben könnte. „Es kann nicht sein, dass wir hochspezialisiertes Know-how verlieren, weil es in Deutschland keine nahtlosen Anschlussoptionen gibt“, so Ingmar Hoerr, der Gründer von Curevac, der mit Wut auf die Entwicklung blickt.

Reaktionen aus der Politik und der Wirtschaft

Die politische und wirtschaftliche Reaktion auf die Schließungspläne lässt nicht lange auf sich warten. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer äußert große Bestürzung und scharfe Kritik an Biontech. Er fordert das Unternehmen auf, Arbeitsplätze zu erhalten und die Forschung sowie Produktion in Tübingen zu sichern. Unterstützung für die betroffenen Beschäftigten wird von der Stadt angeboten, die sich um Lösungen für die Mitarbeiter bemüht. Der Betriebsrat von CureVac, der in die Entscheidung nicht einbezogen wurde, trägt diese nicht mit und verlangt dringend nach Lösungen.

Die Industrie- und Handelskammer Reutlingen bezeichnet die Schließung als schweren Schlag für den Standort. Sie warnt vor dem Verlust von technologischem Know-how und fordert dringend Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Zukunftstechnologien in der Region. „Das können wir uns nicht leisten“, betont ein Sprecher der IHK. Hinzu kommt die Sorge um mögliche Engpässe in der Corona-Impfstoffproduktion durch den Rückzug von Biontech. Das alles hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, wenn man bedenkt, dass Curevac während der Corona-Pandemie im Wettlauf um einen Impfstoff gegen Biontech gescheitert ist.

Die Zukunft der Biotech-Industrie in Tübingen

Die Situation wirft viele Fragen auf. Ingmar Hoerr vermutet eine Strategie hinter dem Vorgehen von Biontech. „Wir verlieren nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch wertvolle Leistungen und das Know-how unserer Mitarbeiter“, sagt er. Der Betriebsrat und andere Branchenvertreter sind sich einig: Tübingen muss als Standort für mRNA-Technologien erhalten bleiben. Eine Taskforce arbeitet bereits mit Biontech an möglichen Lösungen, doch die Zeit drängt.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die geforderten Unterstützungsmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Die Forschung und Entwicklung in der Region könnte auf dem Spiel stehen, und viele sind sich einig: Das darf nicht passieren. Ein massiver Know-how-Verlust wäre nicht nur ein Schlag für Tübingen, sondern für ganz Deutschland. Man fragt sich: Wie kann es so weit kommen? Ein Blick auf die Zukunft der Biotech-Industrie in Tübingen bleibt also spannend – und besorgniserregend.

Für weitere Informationen über die Entwicklungen rund um Curevac und die Schließungspläne von Biontech können Sie die vollständigen Berichte auf Badische Zeitung und SWR Aktuell nachlesen.