In Tübingen sorgt ein kurvenreicher Fall für Aufregung: Ein rund drei Meter hoher Nachbau des Eiffelturms ist spurlos verschwunden. Der aus Stahl gefertigte Turm, der vor einer alten Halle des ehemaligen Tübinger Güterbahnhofs aufgestellt war, galt als lokale Attraktion und wurde von Sophie Eenhuis und ihrem Mann vor fast einem Jahr errichtet. Am Donnerstagabend machte Sophie Eenhuis einen erschütternden Entdeckung – der Eiffelturm war weg. Er war ein Erbstück, das das Ehepaar von einer Frau erhalten hatte, deren Vater zahlreiche Figuren und Skulpturen im Garten hatte. Der Verlust trifft die beiden schwer, insbesondere da der Turm, der über 50 Kilogramm wog, auf einem Betonsockel verschraubt war und zwischen Blumentöpfen sowie Gemüsehochbeeten platziert wurde.
Die Polizei hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen und hofft auf Hinweise von Zeugen, die den zeitaufwendigen Abbau und Abtransport des Turms beobachtet haben könnten. Laut Nachbarn könnte der Diebstahl zwischen Montagnachmittag und Mittwochabend stattgefunden haben. Zwei Zeugen berichteten sogar, wie sie sahen, wie zwei Personen etwas Schweres in einen hellen Transporter luden. Sophie Eenhuis vermutet, dass die Diebe den Stahl an Rohstoffhändler verkaufen möchten, doch die Rohstoffhändlerin Marie Möck äußerte, dass der wertstoffliche Wert des Stahls nicht hoch sei und es sich eher um ein Kunstwerk handeln könnte.
Ein Verlust für die Gemeinschaft
Der Eiffelturm war nicht nur ein einfaches Objekt, sondern ein Symbol für das Engagement des Ehepaars für die Nachbarschaft. Der Platz, von dem der Turm gestohlen wurde, ist Teil eines neuen Viertels rund um den ehemaligen Güterbahnhof, das durch den Verein „Güterhalle für alle“ gefördert wird. Der Verein hat bereits Spenden gesammelt, um einen Ersatz-Turm zu finanzieren, der mit 4.500 Euro zu Buche schlagen soll. Sophie Eenhuis betont die Bedeutung des Turms für die Gemeinschaft und die Enttäuschung unter den Nachbarn über den Verlust. Trotz der verteilten Flugblätter mit Fotos und Suchaufrufen bleibt der Eiffelturm bislang unauffindbar.
Die Polizei hat die Anzeige des Ehepaars aufgenommen und hofft, dass Hinweise aus der Bevölkerung zur Aufklärung des Falls beitragen können. In Deutschland ist die Aufklärungsquote bei Diebstählen von Kunst- und Antiquitäten jedoch oft gering. Laut Daten des Bundeskriminalamts, die für den Zeitraum von 2014 bis 2024 erhoben wurden, ist mit einer Veröffentlichung der Aufklärungsquote erst im April 2025 zu rechnen. Diese statistischen Daten könnten auf die Herausforderungen hinweisen, vor denen die Ermittler stehen.
Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass der Eiffelturm in Tübingen wieder auftaucht und der Verlust für die Gemeinschaft überwunden werden kann. Die aktuellen Entwicklungen um den Diebstahl zeigen, wie sehr ein solches Kunstwerk in der Nachbarschaft verankert sein kann und welche Rolle es im sozialen Gefüge spielt.