Herausforderungen und Chancen der Windkraftnutzung im Süden Deutschlands: Der Windpark Rammert in Tübingen unter Druck
In Tübingen bahnt sich ein spannendes, aber auch etwas besorgniserregendes Kapitel in der Windkraftnutzung an. Der geplante Windpark im Rammert steht aktuell auf der Kippe. Oberbürgermeister Boris Palmer hat klargemacht, dass ohne Änderungen der Fördervorgaben des Bundes an diesem Projekt nicht festgehalten werden kann. Das ist ein Problem, das nicht nur Tübingen betrifft – es zieht sich durch ganz Süddeutschland. Die Schwierigkeiten mit den Windkraftprojekten sind direkt mit den Regelungen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) verbunden, das die Finanzierung solcher Anlagen regelt.
Die Windkraftprojekte im Süden sind durch die bestehenden Vorschriften benachteiligt. Während die norddeutschen Windparks von stärkeren Winden und leistungsfähigeren Anlagen profitieren, sieht die Lage im Süden ganz anders aus. SOWITEC, ein Unternehmen aus Sonnenbühl, hat bereits wirtschaftliche Schwierigkeiten für Windkraftprojekte im Süden vorausgesagt. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, dass die Stadtwerke Tübingen hohe Investitionen in die Planungen für den Windpark Rammert getätigt haben. Am 14. Juli wird der Aufsichtsrat der Stadtwerke über das Projekt diskutieren – die Spannung steigt!
Der Windpark Rammert im Detail
Im Landkreis Tübingen soll bis 2028 der interkommunale Windpark „Rammert“ entstehen. Das ist ein ambitioniertes Vorhaben, das insgesamt 13 Windenergieanlagen umfassen soll – zwei davon sind auf dem Gebiet der Gemeinde Dußlingen geplant. Der Vertrag zwischen der Kommune und den Stadtwerken Tübingen wurde bereits am 25. September 2025 unterzeichnet. Das bedeutet, dass Dußlingen nicht nur Pachteinnahmen und Gewerbesteuereinnahmen erwarten kann, sondern auch eine finanzielle Beteiligung gemäß §6 EEG. Diese beträgt 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Windstrom, was etwa 40.000 Euro pro Jahr entspricht. Eine lukrative Aussicht für die Gemeinde, die sich bereits für eine nachhaltige Energieversorgung engagiert hat und ein Nahwärmenetz ausgebaut hat.
Der Windpark wird nach dem nahegelegenen Höhenzug Rammert benannt und liegt in einem 517 Hektar großen Windvorranggebiet. Geplant sind Windräder der Sieben-Megawatt-Klasse. Diese sollen jährlich rund 156 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, was dem Bedarf von etwa 45.000 Drei-Personen-Haushalten entspricht. Das klingt nach einer Menge Strom! Außerdem ist das Flächenpooling mit privaten Flächeneigentümern ein cleverer Ansatz, der auch anderen Kommunen empfohlen wird.
Die Herausforderungen und Chancen der Windkraft im Süden
Die Windkraftbranche in Deutschland steht vor Herausforderungen, vor allem im Süden. Bayern und Baden-Württemberg zeigen Anzeichen eines Aufschwungs, allerdings gibt es auch hier viele Unsicherheiten. Zuletzt wurden im ersten Halbjahr 2025 in Baden-Württemberg Anträge für fast 1.300 Windkraftanlagen eingereicht. Das Ziel der Landesregierungen ist es, bis 2030 insgesamt 1.000 neue Windräder in Bayern zu installieren und die Windkraftleistung im Südwesten von zwei auf sechs Gigawatt zu steigern. Doch die Bundesregierung plant eine Überprüfung des Referenzertragsmodells im EEG, was die Verunsicherung unter den Investoren verstärkt hat.
Windstrom im Süden wird als strukturell wertvoller angesehen, auch wenn sich das im Börsenpreis nicht widerspiegelt. Das ist ein spannender Punkt, den auch Andreas Lenz von der CSU betont. Er fordert eine Überprüfung des Modells, um Überförderung zu vermeiden, erkennt aber auch die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung im Süden. Die Windkraft ist also ein heiß diskutiertes Thema, das auch die künftige Energiepolitik Deutschlands maßgeblich beeinflussen könnte.
Wie sich all diese Faktoren auf den Windpark Rammert auswirken werden, bleibt abzuwarten. Die Zeit wird zeigen, ob die notwendigen politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um dieses Projekt erfolgreich zu realisieren. Man darf gespannt sein!
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