In Tübingen brodelt es. Zwei junge Männer, Finn und Merlin, zahlen für eine 55 Quadratmeter große Wohnung im Hochhaus aus den 1960er Jahren stolze 1.250 Euro warm. Das ist fast doppelt so viel, wie laut Mietspiegel zulässig – nämlich 630 Euro. So sieht es zumindest die Stadt Tübingen, die den überhöhten Preis als grenzwertig und fast schon als Mietwucher bezeichnet. Und das, obwohl die Mietpreisbremse hier seit November 2015 gilt, die besagt, dass die Miete bei Neuvermietungen maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Irgendwie absurd, oder?

Tübingen gehört laut dem Wuppertal Institut zu den Städten mit den höchsten Mieten in Deutschland. Die Mieter sind besorgt, und die Stadt ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Tübingens Baubürgermeister Cord Soehlke hat das Problem erkannt und unterstützt die Mieter in ihrem Kampf gegen die überzogenen Preise. Mieten, die über 20 Prozent der üblichen Ortsmiete liegen, gelten als Ordnungswidrigkeit, während Preise über 50 Prozent als Mietwucher strafbar sind. Das ist eine klare Ansage!

Mietpreisbremse: Ein zweischneidiges Schwert

Die Mietpreisbremse soll den Mietern in Tübingen eigentlich das Leben erleichtern, doch die Realität sieht oft anders aus. Vermieter haben einen 10-prozentigen Spielraum, was bedeutet, dass sie die Miete etwas höher ansetzen können. Finn und Merlin haben nach einer kritischen Rückmeldung des Vermieters ein Angebot zur Mietsenkung um 100 Euro für einige Monate abgelehnt und zahlen nun 750 Euro kalt, also insgesamt 950 Euro warm. Auch wenn das immer noch über dem Mietspiegel liegt, ist es rechtlich abgesichert. Das klingt nach einem Kompromiss, aber ob das wirklich die Lösung ist?

Die Stadt ist aktiv, wenn es um auffällige Mietpreise geht. Bei extremen Fällen erstellt sie offizielle Schreiben und übergibt diese an die Staatsanwaltschaft. Es gibt auch eine städtische Sprechstunde, die Hinweise zu überteuerten Mietpreisen prüft. Und das ist wichtig, denn bei unangemessener Miete sollten Betroffene rechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Der Mieterbund Reutlingen Tübingen bietet beispielsweise kostenlose Rechtsberatung für Mitglieder an. Außerdem können die gedruckten Exemplare des Mietspiegels für 3 Euro im Technischen Rathaus und im Bürgerbüro Stadtmitte erworben werden.

Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum

Die Situation in Tübingen zeigt, wie schwierig es für viele Mieter ist, eine angemessene Wohnung zu finden. Die Mieten steigen, und während die Mietpreisbremse theoretisch helfen soll, ist es in der Praxis oft ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Vermietern und Mietern. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt in der Lage ist, die Verhältnisse zu verbessern. Finn und Merlin sind auf jeden Fall nicht die einzigen, die sich mit dieser Thematik herumschlagen müssen.

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Es gibt eine Kappungsgrenze für Mieterhöhungen, die Mieten über 20% der ortsüblichen Vergleichsmiete als Ordnungswidrigkeit einstufen. Doch was nutzt das, wenn die Mieten sowieso schon exorbitant hoch sind? Es ist ein Teufelskreis, der viele Mieter in die Enge treibt. Und so bleibt die Frage: Wo soll das alles noch hinführen?