Am Freitagabend, dem 22. Mai 2026, öffnete die Galerie der Stadt Tuttlingen ihre Türen für die erste Einzelausstellung der Künstlerin Cecilia Paredes in Deutschland. Die Ausstellung trägt den Titel „A circular flight“ – ein Rundflug, was sicherlich neugierig macht. Oberbürgermeister Michael Beck begrüßte die Besucher und betonte die Wichtigkeit dieser künstlerischen Präsentation für die Stadt. Es war ein besonderer Abend, zumal Paredes selbst anwesend war, um ihre Werke zu präsentieren.

Cecilia Paredes, die in Peru geboren wurde und aufgrund politischer Unruhen früh ihre Heimat verlassen musste, bringt mit ihrer Kunst tiefgehende Themen wie Verlust, Migration und Identität zum Ausdruck. Ihre Arbeiten sind nicht nur visuell eindrucksvoll, sondern auch emotional aufgeladen. Sie verarbeitet in ihren Foto-Performances großformatige Farbdrucke, die ihren eigenen Körper inszenieren. Dabei wird die Haut zur Leinwand und der Körper zur Skulptur – poetische Gesten, die Gedanken und Erinnerungen verkörpern. In der Ausstellung sind auch Elemente wie „Federkleider“ und Wandarbeiten aus Federn zu sehen, die aus vorgefundenem Material bestehen. Diese zeigen eine Verbindung zur Natur und thematisieren deren Zerstörung.

Themen und Techniken

Die Ausstellung thematisiert ganz bewusst das Verhältnis von Natur und Kultur, mit einem besonderen Fokus auf die koloniale Geschichte Perus und Paredes‘ persönliche Kindheitserinnerungen. Ihre charakteristische Technik – Camouflage – sorgt dafür, dass ihr Körper im Bildraum fast verschwindet. Dies ist eine interessante Metapher für Migrationserfahrungen. Paredes’ Arbeiten laden den Betrachter ein, über die eigene Identität und die der anderen nachzudenken. Die zentralen Motive, wie Fliegen, Federn und Flügel, symbolisieren Freiheit, Transformation und Widerstand, was in ihrer Kunst tief verwurzelt ist. Diese Aspekte sind auch im Kontext der Ausstellung von Bedeutung, da sie Teil des Projekts „Fairtrade-Stadt Tuttlingen“ sind, gefördert von der Firma Aesculap.

Ein weiteres Highlight der Eröffnung war die musikalische Begleitung von Irene Mattausch (Sopran) und Peter Woelke (Gitarre). Sie spielten Werke von Schubert, Schumann und Diabelli, was der Vernissage eine besondere Atmosphäre verlieh. Solche Kombinationen aus Kunst und Musik schaffen ein eindrucksvolles Erlebnis und lassen die Besucher tiefer in die künstlerischen Themen eintauchen.

Begleitveranstaltungen

Die Ausstellung hat nicht nur am Eröffnungsabend viel zu bieten. Am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, findet eine Führung statt, die sicherlich für Interessierte einen tieferen Einblick in Paredes‘ Arbeiten gibt. Außerdem wird ein Workshop zur künstlerischen Fotografie am 13. Juni 2026 angeboten, gefolgt von einem Workshop zu Naturskizzenbüchern am 4. Juli 2026. Für die jüngeren Besucher gibt es die „Eureka! Kunstworkshops für Kinder“ am 12. und 13. Juni 2026, was zeigt, dass Kunst und Kreativität in Tuttlingen großgeschrieben werden.

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Cecilia Paredes‘ künstlerische Reise ist beeindruckend: Nach ihrem Studium an der Katholischen Universität von Lima hat sie zahlreiche internationale Ausstellungen gehabt und Anerkennung für ihr Werk erhalten, darunter ein Stipendium der Rockefeller Foundation im Jahr 1998 und die Vertretung Costa Ricas auf der Biennale von Venedig im Jahr 2005. Ihre Erfahrungen und die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse, die sie in ihrem Leben gesammelt hat, spiegeln sich in ihren Arbeiten wider und machen sie zu einer wichtigen Stimme in der zeitgenössischen Kunstszene.