Joseph Heß schwimmt von der Donauquelle bis zum Schwarzen Meer für ein sauberes Wasser
Heute ist der 4.07.2026, und in Ulm bereitet sich der Extremschwimmer Joseph Heß auf ein gewaltiges Abenteuer vor. Am 7. Juli 2026 wird er mit einem symbolischen Sprung ins Wasser in Donaueschingen seine Reise beginnen, die ihn von der Quelle der Donau bis zur Mündung ins Schwarze Meer führt. Diese Strecke ist nicht einfach nur ein Rekordversuch; sie ist auch ein bedeutendes Umweltprojekt. Heß plant, die gesamte Strecke von etwa 2.850 Kilometern zu durchschwimmen, und das in nur zwei Monaten! Das sind täglich rund 60 Kilometer – eine beeindruckende Leistung, die viel Ausdauer und Hingabe erfordert.
Der 39-jährige Schwimmer hat sich für die Herausforderung mit Vaseline eingecremt, um Wundscheuern durch seinen Neoprenanzug zu vermeiden. Er hat zwei Neoprenanzüge dabei, einen in Größe XL und einen in Größe L, und wird voraussichtlich während dieser Expedition etwa 15 Kilogramm an Gewicht verlieren. Aber das ist nicht alles – Heß hat auch ein Testament für seine Frau hinterlassen. Das zeigt, wie ernst er die Risiken seiner Unternehmung nimmt.
Einblicke in die Expedition
Heß wird auf seiner Reise durch zehn Länder schwimmen und dabei nicht nur seine körperlichen Grenzen austesten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Erfassung von Mikroplastik in der Donau leisten. Die Donau ist ein bedeutendes Flusssystem, das rund 20 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, und leider ist Mikroplastik ein ernsthaftes Problem. Täglich schwimmt eine Menge Mikroplastik durch den Fluss, die dem Gewicht von etwa 42.000 Plastikflaschen entspricht.
Ein Begleit-Team plant, bis zu 400 Wasserproben zu entnehmen, die anschließend von einem Team um die Mikroplastik-Expertin Karin Schuhen im Labor ausgewertet werden. Mit dieser „Flussexpedition“ verfolgt Heß das Ziel, eine durchgehende Mikroplastik-Kartierung der Donau zu erstellen. Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftlich ausgewertet werden, sondern auch Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft liefern. So möchte er auf die alarmierende Mikroplastikbelastung aufmerksam machen, die durch verschiedene Eintragspfade wie Kläranlagen und landwirtschaftliche Praktiken in unsere Gewässer gelangt.
Ein dokumentarisches Abenteuer
Markus Weinberg, ein Filmemacher, wird die Tour abschnittsweise begleiten und plant die Produktion eines Dokumentarfilms mit dem Titel „2850 km – Invisible“. Das wird sicherlich spannend, denn es gibt viele Geschichten zu erzählen – von den Herausforderungen des Schwimmens in unterschiedlichen Ländern bis hin zu den Erkenntnissen über die Verschmutzung des Wassers. Heß hat bereits die Elbe und den Rhein durchschwommen, aber diese Expedition wird ganz anders. Er hat sich in den letzten Wochen intensiv vorbereitet, die ersten Zwischenstopps sind für Passau, Wien und Belgrad geplant. Das Ziel ist es, am 7. September 2026 an der Schwarzmeerküste anzukommen.
Die Erstellung einer Mikroplastik-Karte der Donau ist allerdings kein einfaches Unterfangen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 170.000 Euro, und die Analyse von Mikroplastik ist ein aufwändiger Prozess, der sorgfältige Laborverfahren erfordert. Zudem gibt es keine standardisierten Methoden zur Analyse, was die Forschung weiter erschwert. Es ist ein erheblicher Aufwand, der notwendig ist, um effektive Strategien zur Reduzierung der Mikroplastikbelastung zu entwickeln – eine Herausforderung, der sich die Wissenschaftler derzeit stellen.
Aber das ist nicht alles: Im bayerischen Donaueinzugsgebiet könnten jährlich bis zu 290 Tonnen Makroplastik in Gewässer gelangen, und die Landwirtschaft trägt erheblich zur Mikroplastik-Emission bei. Plastikfolien und Klärschlamm sind nur einige der Quellen, die zur Kontamination beitragen. Heß‘ Expedition wird also nicht nur ein physisches Unterfangen, sondern auch eine wichtige wissenschaftliche Initiative. Er wird mit seiner Flussexpedition nicht nur die Donau durchqueren, sondern auch das Bewusstsein für die dringenden Umweltprobleme schärfen, die uns alle betreffen.
Für Joseph Heß wird es ein persönliches Abenteuer voller Herausforderungen, und gleichzeitig könnte es unser Verständnis für die Umwelt und die Notwendigkeit, aktiv zu handeln, entscheidend beeinflussen. Auf geht’s – die Donau ruft!
Mehr Informationen über Heß‘ bemerkenswerte Reise und die Hintergründe zur Mikroplastikproblematik finden Sie in den Artikeln von Tagesschau und All-in.
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