In Ulm wird es am kommenden Samstag wieder einmal turbulent im öffentlichen Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Warnstreik bei der SWU mobil aufgerufen, was bedeutet, dass Busse und Bahnen in der Stadt und ihrer Umgebung voraussichtlich weitestgehend ausfallen werden. Das Ganze ist bis Mitternacht angesetzt und soll als Druckmittel im aktuellen Tarifkonflikt dienen. Die Situation ist nicht neu, aber sie bleibt angespannt. Verdi fordert unter anderem eine 13-prozentige Fahrdienstzulage, 5 Prozent mehr für den Nahverkehr und 10 Euro Lehrfahrerzulage. Betroffen sind insgesamt 233 Beschäftigte, davon 173 bei SWU mobil und 60 bei SWU Verkehr, beides Tochtergesellschaften der kommunalen Stadtwerke Ulm.

Die Mobilisierung für den Warnstreik zeigt, dass die Gewerkschaft Verdi weiterhin die Arbeitgeber unter Druck setzen möchte. Auch die Fahrerinnen und Fahrer der SWU Verkehr sind in Solidarität aufgerufen, sich dem Streik anzuschließen. Diese kollektive Aktion soll die Verhandlungen vorantreiben, die bislang ohne nennenswerten Fortschritt geblieben sind. Die Lage ist nicht nur für die Beschäftigten prekär, sondern auch für die Pendler und Reisenden, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. Man kann sich leicht vorstellen, wie es am Samstagmorgen in Ulm aussehen wird – Busse, die nicht kommen, Bahnen, die ausfallen. Ein Grauen für jeden, der auf pünktliche Ankunft angewiesen ist!

Hintergrund des Tarifkonflikts

Der Tarifkonflikt hat in den vergangenen Wochen immer mehr an Intensität gewonnen. Die Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen und Vergütung sind in der dritten Runde gescheitert, was die Gewerkschaft zu diesem Schritt gezwungen hat. In Hessen beispielsweise zeigt sich ein ähnliches Bild: Auch dort kündigt Verdi neue Warnstreiks an, nachdem die Gespräche ohne Ergebnis endeten. Die Gewerkschaft spricht von einem „Eklat“ am Ende der Verhandlungen. Die Situation ist also nicht isoliert, sondern Teil eines größeren Problems in der Branche.

Die finanziellen Rahmenbedingungen für die kommunalen Verkehrsbetriebe haben sich bundesweit verschlechtert, und das wird auch in Ulm nicht anders sein. Arbeitgeber betonen, dass die Höhe der Tabellenentgelte nicht Teil dieser Tarifrunde ist, während Verdi kritisiert, dass zentrale Punkte ignoriert und Einschnitte vorgeschlagen wurden. Ein Teufelskreis, der sowohl Beschäftigte als auch Fahrgäste betrifft!

Die nächsten Verhandlungsrunden sind entscheidend. In Hessen wird am 25. Februar weiterverhandelt, während in Ulm die Beschäftigten am Samstag ihre Stimme erheben werden. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation entwickelt – sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Pendler, die sich auf den Nahverkehr verlassen müssen. Ob die Forderungen Gehör finden und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen, bleibt abzuwarten.

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Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in Ulm und dem Tarifkonflikt in der Region, können Sie die detaillierte Berichterstattung auf Welt und Badische Zeitung nachlesen.