In Ulm hat es einen Wasserrohrbruch gegeben, der die Anwohner und Schüler ordentlich durcheinandergebracht hat. Am Dienstagmorgen, genauer gesagt gegen halb sechs, brach eine 15 cm dicke Versorgungsleitung am Kuhberg. Wasser trat sichtbar aus einem Gehweg – ein unschöner Anblick, der rund 100 Haushalte und ein Schulzentrum ohne Trinkwasser zurückließ. Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm waren schnell zur Stelle, doch die Reparatur stellte sich als eine kleine Herausforderung heraus. Denn das Leck lag in über eineinhalb Metern Tiefe, umgeben von zahlreichen anderen Leitungen wie Strom-, Telefon- und Internetkabeln. Die Ursache des Rohrbruchs wird auf Materialermüdung geschätzt, was in der heutigen Zeit, wo alles so schnelllebig ist, nicht gerade überraschend kommt.
Die Notlage führte dazu, dass die Stadt mobile Toilettenhäuschen für die betroffenen Schüler und das Aufsichtspersonal organisierte. Besonders die Anna-Essinger-Realschule war betroffen, wo rund 85 Schüler ihre Englisch-Abschlussprüfung wie geplant ablegten. Komischerweise gab es im Schulgebäude weiterhin Wasser, sodass die mobilen Toiletten und der Wassertank nicht zum Einsatz kommen mussten. Für die anderen Schüler war das jedoch nicht so lustig – sie wurden am Vormittag nach Hause geschickt. An der Robert-Bosch-Schule fand teilweise Unterricht statt, allerdings waren zwei Gebäude ohne Wasser, was die Situation nicht gerade einfacher machte. Auch hier mussten einige Schüler nach Hause geschickt werden.
Die Reparatur und ihre Herausforderungen
Nachdem die Schadensstelle lokalisiert wurde, konnte das Rohr repariert werden. Ein Bagger legte das beschädigte Stück auf knapp einem Meter Länge frei, das längs gerissen war. Das kaputte Rohr wurde entfernt und durch ein neues ersetzt. Nach der Reparatur konnten die Haushalte wieder an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Ein Glück, denn gerade in Zeiten, in denen Hygiene besonders wichtig ist, möchte man nicht ohne Wasser dastehen. Der städtische Betriebshof lieferte zusätzlich Wasser in Behältern, um die Notlage etwas zu lindern.
Der Vorfall wirft natürlich auch Fragen zum Umgang mit Trinkwasserversorgungen auf. Die WHO hat bereits 2003 den Water-Safety-Plan (WSP) empfohlen, ein umfassendes Risikoermittlungs- und Risikomanagementsystem für die Trinkwasserversorgung. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken vom Einzugsgebiet bis zum Zapfhahn systematisch zu ermitteln und zu bewältigen. Solche Konzepte helfen, Schwachstellen im System zu erkennen und die Kommunikationswege zwischen den Beteiligten zu verbessern. Die Stadt könnte sich also überlegen, wie sie künftig solche Vorfälle besser managen kann, um die Wasserversorgung für alle Bürger zu gewährleisten. Diese Überlegungen sind besonders relevant, wenn man bedenkt, wie viele Schüler in Ulm von der aktuellen Situation betroffen waren – schließlich haben rund 300 Schüler landeseinheitliche Abschlussprüfungen unter erschwerten Bedingungen ablegen müssen.
Was für ein Tag für die Ulmer – und das alles, während die Sonne langsam aufging und die Stadt aus dem Schlaf erwachte. Ein Wasserrohrbruch ist nie eine willkommene Überraschung, aber die schnelle Reaktion der Stadtwerke und der Schulen hat Schlimmeres verhindert. Man kann nur hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft seltener werden.