Heute ist der 12.05.2026 und die Gemüter in Donaueschingen sind aufgewühlt. Der Kreistag hat am Montagabend mit einer deutlichen Mehrheit von 49 zu 3 Stimmen beschlossen, den Klinikstandort Donaueschingen zu schließen. Dies ist ein einschneidender Schritt, der nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Bürger:innen stark betrifft. Die Schließung ist für das Jahr 2032 geplant, doch schon in den kommenden Jahren sollen alle Fachabteilungen nach Villingen-Schwenningen umziehen. Der Umzug mehrerer Fachabteilungen ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.
Landrat Sven Hinterseh versichert, dass die Notfallversorgung in Donaueschingen nicht gefährdet wird. Schwerwiegende Notfälle werden bereits in Villingen-Schwenningen behandelt, während leichte ambulante Fälle weiterhin vor Ort versorgt werden sollen. Bei einem Bürgerdialog im April waren die emotionalen Reaktionen der Mitarbeitenden deutlich spürbar. Geschäftsführer Matthias Geiser hat angekündigt, sich um das Wohl der Mitarbeitenden in der neuen Struktur zu kümmern – das klingt doch nach einem kleinen Lichtblick in dieser schwierigen Situation.
Geplante Umstrukturierungen und Investitionen
Der Umzug nach Villingen-Schwenningen ist allerdings nicht ganz so einfach. Ein Erweiterungsbau am Schwarzwald-Baar-Klinikum soll rund 108 Millionen Euro kosten und wird voraussichtlich fünf bis sieben Jahre in Anspruch nehmen. In dieser Zeit bleibt das Klinikum in Donaueschingen als spezialisierte Fachklinik in Betrieb. Das klingt nach einem langen Weg, aber die Verantwortlichen hoffen, dass die Schließung innerhalb von zehn Jahren einen positiven Effekt von etwa 25 Millionen Euro mit sich bringt. Im Gegensatz dazu würde sich bei Erhalt des Standorts ein Defizit von rund 52 Millionen Euro aufbauen. Steigende Kosten, Fachkräftemangel und die bundesweite Krankenhausreform setzen den Druck weiter hoch.
Diese Reform, die mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) auf den Weg gebracht wurde, zielt auf eine Verbesserung der Qualität und Effizienz in der stationären Versorgung ab, während gleichzeitig eine flächendeckende medizinische Betreuung sichergestellt werden soll. Die geplanten Einsparungen bei gesetzlichen Krankenkassen ab 2027 betreffen besonders kleinere und ältere Kliniken – wie die in Donaueschingen.
Ausblick: Was kommt nach der Schließung?
Der Vorschlag für ein privates Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Donaueschingen steht ebenfalls im Raum – eine interessante Idee, die vielleicht ein bisschen Hoffnung in die trüben Gedanken bringen kann. Die Schließung des Klinikstandorts ist ein schwerer Schlag, aber es wird intensiv daran gearbeitet, die Mitarbeitenden zu unterstützen. Neue Umkleiden, Spinde und sogar ein Mitarbeitendenparkhaus sind in Villingen-Schwenningen geplant. Das Lungenzentrum, die Altersmedizin und die Intensivmedizin sollen bereits Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres umziehen.
Die Mitteilung über die Schließung hat in der Bevölkerung viele Fragen aufgeworfen. Wie wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren aussehen? Was passiert mit den Mitarbeitenden? Und wie wird sich die Situation für die Patient:innen entwickeln? Die Zukunft bleibt ungewiss, doch eines ist sicher: Die Veränderungen, die in den kommenden Jahren bevorstehen, werden sowohl die betroffenen Menschen als auch die gesamte Region prägen.
Für weitere Informationen zu den Hintergründen und Entwicklungen rund um die Schließung des Klinikstandorts Donaueschingen können Sie die vollständige Meldung auf SWR nachlesen.
