Heute ist der 4.05.2026 und die Vorfreude auf die schwäbisch-alemannische Fastnacht in Waldshut-Tiengen steigt. Tausende von Menschen werden sich in den kommenden Tagen in die Feierlichkeiten stürzen, und die Stadt hat sich einiges einfallen lassen, um ein sicheres und unbeschwertes Feiern zu gewährleisten. Im Rahmen ihrer Präventionskampagne mit dem Motto „Narri Narro ohne K.O.“ liegt der Fokus auf Jugendschutz, gegenseitigem Respekt sowie einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Die Stadtverwaltung hat in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Kinder- und Jugendreferat der Stadt Workshops für die Akteure der Fastnacht angeboten, um sie für ihre Verantwortung beim Ausschank zu sensibilisieren.
Diese Workshops sind ein Novum und befassen sich mit wichtigen Themen wie dem Schutz vor sexualisierter Gewalt und dem richtigen Umgang mit stark alkoholisierten Gästen. Zudem werden Awareness-Stände bei größeren Veranstaltungen eingeführt. Diese Stände, die an der Hoorigen Mess und in der Närrischen Gass zu finden sein werden, bieten nicht nur geschulte Ansprechpersonen, sondern auch kostenloses Wasser und Liegestühle für eine kleine Pause. Das Ziel? Eine frühzeitige Sensibilisierung für ein sicheres Fest, damit alle die Fastnacht in vollen Zügen genießen können.
Warnung vor K.o.-Tropfen
Doch die Freude wird von ernsthaften Warnungen überschattet. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat vor K.o.-Tropfen bei Fastnachtsfeiern gewarnt. Im Jahr 2023 gab es 171 Straftaten in Zusammenhang mit diesen gefährlichen Substanzen, 162 Menschen wurden Opfer, darunter 129 Frauen. Täter nutzen Menschenansammlungen und den Einfluss von Alkohol, um ihre Opfer wehrlos zu machen. Die Polizei verstärkt daher ihre Kontrollen während der Fastnacht und warnt eindringlich vor Alkohol und Drogen am Steuer. Eine Fastnachtsveranstaltung im Kreis Waldshut musste sogar vorzeitig abgebrochen werden, nachdem sechs Personen Symptome von K.o.-Tropfen zeigten – plötzliche Benommenheit, Erinnerungslücken und Übelkeit sind nur einige der gravierenden Symptome.
Die Dunkelziffer dieser Vorfälle ist hoch, und die Polizei sowie die Opferschutzorganisation Weißer Ring geben klare Handlungsempfehlungen zur Vermeidung solcher Gefahren. Getränke immer im Auge behalten, Flaschen direkt vor den Augen öffnen lassen und kein Trinkgeld von Fremden annehmen – das sind nur einige der wertvollen Tipps. Sollte dennoch der Verdacht auf K.o.-Tropfen bestehen, ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen und nicht selbst zu fahren. Auch der Genuss von Alkohol sollte in Maßen erfolgen, und es ist ratsam, auf Freunde zu achten. Notrufnummern wie Polizei unter 110 und Rettungsleitstelle unter 112 sollten immer griffbereit sein.
Prävention und Sicherheit
K.o.-Tropfen sind oft farb- und geruchlos, und die Wirkung tritt meist innerhalb von 15 Minuten nach Einnahme ein. Das macht es umso wichtiger, aufmerksam zu sein und sich selbst zu schützen. Achte darauf, dein Getränk immer im Blick zu haben. Wenn du tanzen gehst, nimm dein Getränk mit oder bitte eine vertraute Person, darauf aufzupassen. Veränderungen im Geschmack deines Drinks? Nicht weitertrinken! Und wenn jemand aus deiner Gruppe plötzlich schlecht geht, bleib bei dieser Person, bring sie in Sicherheit und hole Hilfe. Im Notfall kannst du dich an das Personal wenden oder die Polizei rufen.
Die Vorbereitungen für die Fastnacht in Waldshut-Tiengen sind also in vollem Gange – mit all ihren bunten Facetten und dem Drang nach Feiern. Doch im Hintergrund schwirren die Warnungen vor Gefahren wie K.o.-Tropfen, und die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, die Menschen zu sensibilisieren. Mit einer Mischung aus Verantwortung und Feierlaune wird die Fastnacht hoffentlich ein unvergessliches Erlebnis für alle – ohne die Schattenseiten, die sich in der Vergangenheit gezeigt haben. So bleibt zu hoffen, dass die Vorfreude auf das Feiern über allem steht und die Sicherheit nicht zu kurz kommt.
