In Dachsberg, einem kleinen Ort im Kreis Waldshut, brodelt es gewaltig in der Schullandschaft. Die Freie Waldorfschule hat die Entscheidung des Regierungspräsidiums Freiburg, ihre Genehmigung zu widerrufen, nicht einfach so hingenommen. Stattdessen plant die Schule, rechtliche Schritte einzuleiten, um gegen die angeordnete Schließung vorzugehen. Dies bestätigte Birke Bähr, die Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen (LAG), dem SWR. Die LAG äußert ihr Bedauern über die Entscheidung und hebt hervor, wie sehr diese die Schüler, deren Familien sowie die Mitarbeitenden betrifft. An der Waldorfschule werden derzeit rund 200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, was die Schließung umso dramatischer macht.

Die Hintergründe sind alles andere als erfreulich. Das Regierungspräsidium hat der Schule die Zulassung entzogen, weil es zahlreiche Missstände und Mängel gibt. Dazu zählen unter anderem erhebliche Probleme bei der Hygiene, Unzuverlässigkeiten in der Schulverwaltung, Fehler bei Abschlussprüfungen und sogar Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Der Schulträger, der Waldorfkindergarten- und Waldorfschulverein Dachsberg e.V., wurde bereits mehrfach auf diese Mängel hingewiesen, aber anscheinend blieben die notwendigen Schritte zur Beseitigung aus. Eine Prüfung der Schulaufsicht hat seit Frühjahr 2025 zahlreiche Beschwerden untersucht, die immer wieder in die gleiche Richtung weisen.

Die Gründe für die Schließung

Das Regierungspräsidium ist sich einig: Es besteht kein Vertrauen mehr in die ordnungsgemäße Führung der Schule. Regierungspräsident Carsten Gabbert erläuterte, dass die mangelhafte Durchführung von Abschlussprüfungen, Verletzungen der Aufsichtspflicht, hohe Fluktuation von Lehrkräften und Schülern sowie die Missachtung von Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu dieser drastischen Entscheidung geführt haben. Die Schule wurde am Donnerstag über den Widerruf informiert, hat jedoch die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen, was sie nun mit Unterstützung eines Rechtsanwalts in Erwägung zieht.

Die betroffenen Familien stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Glücklicherweise gibt es an anderen öffentlichen Schulen ausreichend Schulplätze, und die Staatlichen Schulämter bieten Beratung an. Aber das ist natürlich kein Trost für die Eltern, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen. Die Schulleitung, die sich um das Vertrauen der Schulaufsicht bemüht hat, äußerte Bedauern über die Schließung und erklärte, dass sie alles tun möchte, um den Weiterbetrieb zu ermöglichen.

Ein Blick auf die Waldorfschulen

In diesem Zusammenhang ist es interessant, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Waldorfschulen, die für ihren besonderen pädagogischen Ansatz bekannt sind, stehen zunehmend in der Kritik. Jüngste Berichte zeigen, dass Eltern immer wieder über mangelnde Inklusion, fehlende Gleichbehandlung und diskriminierende Praktiken klagen. Es gibt erschreckende Berichte über Missstände, bei denen medizinische Weisungen ignoriert und Kinder, die Unterstützung benötigen, im Stich gelassen werden. Kritiker warnen davor, dass Eltern, die solche Missstände ansprechen, selbst oft Ziel von Diffamierungen oder Mobbing werden.

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Ein Beispiel sind die Vorwürfe gegen die Freie Waldorfschule Mainz, wo drei Familien von Missachtung ärztlicher Handlungsanweisungen berichteten, die zu ernsthaften Problemen führten. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ähnliche Probleme wurden auch in anderen Waldorfschulen in Deutschland dokumentiert. Die dokumentierten Fälle deuten auf systematische Defizite in der Unterstützung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen hin, was die öffentliche Debatte über die Missstände in Waldorfschulen umso nötiger macht.

Die anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners, die die Grundlage dieser Schulen bilden, stehen oft im Widerspruch zu modernen Inklusionsprinzipien. Das wirft die Frage auf, ob die Grundsätze, die diese Schulen propagieren, tatsächlich mit den Bedürfnissen aller Kinder vereinbar sind. In Dachsberg wird dieser Konflikt nun besonders deutlich, und die Schulgemeinschaft muss sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Ob es der Schule gelingt, das Vertrauen zurückzugewinnen und die Schließung abzuwenden, bleibt abzuwarten.

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