In Albstadt, nur einen Steinwurf von uns entfernt, gibt es gleich zwei spannende Ausstellungen, die die Herzen der Kunstliebhaber höherschlagen lassen. Am Freitag, dem 17. Juli 2026, eröffnet die Ausstellung „Unverfügbar“ von Künstler Stephan Luithardt in der Kapellkirche Albstadt-Ebingen. Ab 17 Uhr wird der sakrale Raum mit seinen biblischen Erzählungen und aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen erleuchtet. Die Kapellkirche selbst ist ein Ort der Wandelbarkeit, der Hoffnung und des Neubeginns – ein perfekter Rahmen für Luithardts Werke, die er als Impulsgeber für Veränderungen sieht. Bei der Eröffnung wird Landrat Günther-Martin Pauli ein Grußwort halten, und auch Dr. Uwe Folwarczny vom Kreisarchiv wird eine Einführung in die Ausstellung geben. Übrigens, Luithardt wird persönlich anwesend sein – ein Grund mehr, sich diesen Termin nicht entgehen zu lassen!

Die Ausstellung läuft bis zum 2. August 2026, mit Öffnungszeiten von Freitag bis Sonntag, jeweils von 15 bis 18 Uhr, und zusätzlich samstags von 10 bis 12 Uhr. Der Standort ist in der Johann-Philipp-Palm-Str. 9, 72458 Albstadt. Ein besonderes Highlight ist das Werk „Jesus Christus – wtf“, das eindrucksvoll die Überforderung und Krisen der Gegenwart thematisiert. Es ist in Öl und Blattgold auf Leinwand gearbeitet und misst 54 x 54 cm.

Kunst im Kontext

Aber das ist nicht alles, was die Region zu bieten hat. Im Kunstmuseum Albstadt wird ab dem 8. Mai 2026 die Ausstellung „Expressionismus – Hoher Flug & tiefer Fall“ zu sehen sein. Hier wird der Expressionismus als vielgestaltiges Phänomen betrachtet, das den Glauben an den Fortschritt mit apokalyptischen Visionen verbindet. Die Schau läuft bis zum 14. Februar 2027 und ist das größte Projekt des Kunstmuseums in diesem Jahr. Ein besonderes Augenmerk gilt den weniger bekannten Künstlerinnen und deren Beiträgen zur Moderne. Das Titelbild zeigt Eduard Dollerschells „Schwebebahn“ von 1919, ein Kunstwerk, das die künstlerische Auseinandersetzung mit der Realität auf beeindruckende Weise widerspiegelt.

Für die Besucher gibt es nicht nur interessante Exponate wie Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde zu bewundern, sondern auch einen Audioguide sowie einen Kinderaudioguide. Wer sich für die Kunstgeschichte interessiert, kann zudem einen Katalog für 26 € erwerben. Barrierefreiheit wird im größten Teil der Ausstellung ebenfalls großgeschrieben, obwohl einige Bereiche nur über Treppen erreichbar sind.

Verborgene Schätze und künstlerische Vielfalt

Das Kunstmuseum bietet außerdem eine Verkaufsausstellung der Freunde Kunstmuseum Albstadt e.V. an, die vom 1. Juli bis 30. September 2026 läuft. Hier können Kunstwerke aus Privatbesitz erworben werden, um die kulturelle Bildungsarbeit des Museums zu unterstützen. Ein Beispiel ist die „Entenfamilie“, die um 1900 gemalt wurde und für 500 € erhältlich ist.

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Ein weiterer spannender Programmpunkt ist die Einzelausstellung „SMASH“ von Matija Pišpek, die vom 19. Juni bis 29. November 2026 stattfindet. Hier werden die Widersprüche und Absurditäten der Realität durch dynamische Aktmalerei in Szene gesetzt. Einflüsse aus Mixed Martial Arts und anderen modernen Medien fließen in diese Arbeiten ein.

Und als ob das nicht genug wäre, wird im Kunstmuseum auch die Ausstellung „Metamorphosis“ von Rainer Zerback gezeigt, die bereits am 13. März 2026 begann. Diese Fotografien thematisieren den menschlich geformten Lebensraum Schwäbische Alb und sind Teil einer fotografischen Trilogie.

Die Verknüpfung von Kunst und Religion ist ein weiteres spannendes Thema, das in diesen Ausstellungen mitschwingt. Jacob Burckhardt hat in seinen Betrachtungen zur Weltgeschichte betont, wie Kunst und Poesie die Religion beeinflussen und deren Ausdruck formen. Dies spiegelt sich auch in Luithardts Werken wider, die anregen, über die eigene Existenz und den Glauben nachzudenken. Johann Hinrich Claussen hat in seiner Untersuchung über Gottes Bilder darauf hingewiesen, dass viele zeitgenössische Kunstwerke in einer säkularen Gesellschaft schwer verständlich sind. Die Kunstwerke, die als Predigt verstanden werden, sollen zur Reflexion über das eigene Leben anregen und einen Dialog zwischen Glaube und Kunst schaffen.

In dieser Verbindung von Kunst und Spiritualität zeigt sich die Vielfalt und Komplexität unserer kulturellen Landschaft im Zollernalbkreis und darüber hinaus. Es gibt viel zu entdecken und zu erleben – also, auf geht’s!

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