Im malerischen Zollernalbkreis, genauer gesagt in Burladingen-Melchingen, steht der älteste Windpark in Baden-Württemberg – ein echter Dinosaurier der Energiegewinnung! Die Betreiberfirma SOWITEC hat hier vor drei Jahrzehnten drei Windräder errichtet. Seitdem liefern diese tapferen Riesen Strom für bis zu 400 Haushalte. Ganz schön beeindruckend, oder? Aber der Zahn der Zeit hat an ihnen genagt. Technisch gesehen sind die Windräder mittlerweile ziemlich veraltet. SOWITEC erwägt ernsthaft, sie abzubauen und durch moderne Anlagen zu ersetzen. Denn – und das ist der Knaller – ein neues Windrad könnte mehr als doppelt so viel Strom liefern wie die alten drei zusammen! [Quelle]

In ganz Baden-Württemberg sind derzeit 843 Windkraftanlagen in Betrieb, und 1783 weitere sind in Planung (Stand: 11. Mai 2026). Die Lebensdauer von Windrädern beträgt laut Umweltbundesamt 20 bis 30 Jahre, und nach dieser Zeit müssen sie zurückgebaut und eventuell durch leistungsfähigere Modelle ersetzt werden. Das klingt nach einer Menge Arbeit, vor allem, weil einige Teile, wie die Stahlmasten und Betonsockel, recycelbar sind. Aber die Rotorblätter? Puh, die sind ein echtes Problem. Aktuell fallen bundesweit etwa 20.000 Tonnen Abfall pro Jahr aus diesen Blättern an! Und bis 2030 wird sogar mit 50.000 Tonnen pro Jahr gerechnet. Das ist eine Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist.

Repowering als Lösung

Repowering, also der Austausch alter Anlagen durch neue, leistungsfähigere, wird als eine sinnvolle Maßnahme erachtet. Auf dem Himmelberg, wo ebenfalls Windräder stehen, gibt es bereits welche mit 46 Metern Nabenhöhe und 600 Kilowatt Leistung. Moderne Windräder erreichen jedoch Höhen von bis zu 150 Metern und eine Leistung von 4,2 Megawatt! Doch hier lauern auch Probleme: Ein nahegelegener Pferdehof könnte den vorgeschriebenen Abstand zu neuen Windrädern nicht einhalten. Wie es aussieht, laufen derzeit Gespräche mit den Anliegergemeinden. Falls diese Gespräche scheitern, wird SOWITEC versuchen, die alten Windräder weiter zu betreiben. Ein weiteres Hindernis: Eines der Windräder steht momentan still, und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist ungewiss. Es ist nicht einfach, Ersatzteile für Windräder zu finden, die vor 30 Jahren in geringen Stückzahlen gebaut wurden.

Die Windkraftbranche in Deutschland steht vielleicht vor einer echten Welle des Wandels. Nach 20 Jahren Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird eine Rückbauwelle erwartet. Bis 2025 sollen laut RDRWind etwa 13.000 Windenergieanlagen deinstalliert werden, viele davon im Rahmen von Repowering-Projekten. Zahlreiche Akteure aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft tüfteln bereits an Lösungskonzepten für das End of Life (EoL) der Windenergieanlagen. Die Herausforderung ist klar: Die umweltgerechte Entsorgung und Wiederverwertung der Abfälle aus alten Windkraftanlagen muss gewährleistet werden. Frank Kroll, Vorsitzender von RDRWind, fordert einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für den Rückbau, um den Betreibern und Behörden klare Vorgaben zu machen.

Ein Ziel der Branche ist die Entwicklung der „DIN SPEC 4866“, die Kriterien und Standards für den Rückbau etablieren soll. Es bleibt spannend, denn bis Ende 2024 soll diese Norm zur verbindlichen DIN-Norm weiterentwickelt werden. Die Hoffnung ist, dass dadurch mehr Transparenz bezüglich der zu erwartenden Kosten geschaffen wird. Es gibt viel zu tun, und es wird interessant zu beobachten, wie sich die Windkraftlandschaft in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird – sowohl in Deutschland als auch in Österreich.

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