In den letzten Wochen hat die Region Aichach-Friedberg mit einem besorgniserregenden Vorfall zu kämpfen. Seit dem 17. Juni sind über 100 Karpfen in den Gewässern des Badesees Lechfeld und im U-Weiher nahe Todtenweis verendet. Die Ursache? Ein aggressives Virus, das besonders Zierkarpfen gefährlich werden kann – das Koikarpfen-Herpesvirus. Laut dem Landratsamt Aichach-Friedberg ist die Todesursache eindeutig, jedoch bleibt unklar, wie es zu diesem Ausbruch kam. Es gibt bislang keine gesicherten Erkenntnisse, wie das Virus in die Seen gelangte. Das macht die Situation ziemlich ungewiss.

Die gute Nachricht? Baden in den betroffenen Seen bleibt für Menschen und andere Lebewesen unbedenklich. Das Virus selbst ist für den Menschen ungefährlich. Das Landratsamt empfiehlt jedoch, beim Kauf neuer Karpfen vorsichtig zu sein. Es könnte sein, dass die neuen Fische bereits infiziert sind, ohne dass äußerliche Symptome sichtbar sind. Herpesinfektionen können entschlossen unauffällig verlaufen, was das Risiko beim Erwerb von Zierkarpfen erhöht. Daher raten die Experten, nur Karpfen zu kaufen, die vorab auf das Virus getestet wurden. Wer sich für einen neuen gefiederten Freund entscheidet, sollte also einen genaueren Blick auf die Herkunft werfen.

Was ist das Koikarpfen-Herpesvirus?

Das Koikarpfen-Herpesvirus (KHV) gehört zu den Viruserkrankungen, die insbesondere Koi und andere Karpfenarten befallen. Es ist in Deutschland weit verbreitet, vor allem in Beständen von Zierfischen. Das Virus, das durch das Cyprinide Herpesvirus 3 verursacht wird, ist als Seuche der Kategorie E eingestuft und muss daher genau überwacht werden. Die Verlustraten können erschreckend hoch sein, oft bis zu 100 Prozent. Besonders anfällig sind alle Karpfenarten, darunter Karpfen-Karauschen und Hybriden mit Goldfischen. Ausbrüche sind häufig, wenn die Wassertemperaturen zwischen 20 und 28 Grad Celsius liegen, können jedoch auch bei kühleren Temperaturen auftreten.

Aber das ist nicht alles. Eine weitere Bedrohung aus dem Wasser lauert in Form des Carp Edema Virus (CEV), das 2014 in Deutschland zum ersten Mal nachgewiesen wurde. Diese Erkrankung, auch bekannt als „Schlafkrankheit der Koi“, führt zu hohen Tierverlusten und verunsichert Karpfenliebhaber. Die Symptome sind unter anderem ausgeprägte Lethargie und Atemnot. Manchmal sieht man die Fische einfach regungslos am Boden liegen – kein schöner Anblick.

Prävention und Empfehlungen

Um dem Virus den Kampf anzusagen, sind einige präventive Maßnahmen zu empfehlen. Wer neue Fische anschaffen möchte, sollte darauf achten, dass diese aus KHV-kontrollierten Beständen stammen. Das macht Sinn, denn so lässt sich das Risiko einer Ansteckung minimieren. Außerdem gibt es eine symtomatische Behandlung, wie etwa Salzbadtherapien, die helfen können, das Versterben der Tiere zu verhindern, wenn bereits Symptome auftreten.

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Insgesamt bleibt die Situation für die Karpfen in Aichach-Friedberg angespannt. Die Unsicherheit über die Ausbreitung des Virus ist spürbar – sowohl unter den Fischzüchtern als auch bei den Freizeitanglern. Die Behörden und Experten sind gefordert, um die Gesundheit der Fischbestände zu überwachen und die Bevölkerung über die Risiken zu informieren. Wer mehr über die Erkrankungen von Fischen und deren Prävention erfahren möchte, findet auf den Seiten des Bundesverbandes für Tiergesundheit weitere Informationen. Auch auf der Website des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gibt es wertvolle Hinweise zu diesen Themen.

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