Heute ist der 14.06.2026, und in der Region Aichach-Friedberg gibt es spannende Neuigkeiten aus dem kirchlichen Bereich. Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in die Kirchen, und einige Pfarrer experimentieren mit digitalen Helfern, um ihre Arbeit zu unterstützen. Ein besonders bemerkenswerter Fall ist der von Florian Markter, einem katholischen Pfarrer aus Mering. Er nutzt Tools wie ChatGPT und Dall-E, um seine Gottesdienste vorzubereiten. Doch er betont, dass die Predigt nach wie vor aus seinem eigenen Herzen kommen muss und nicht einfach von einer Maschine erstellt wird. Diese menschliche Note ist entscheidend, und das lässt er auch nicht aus den Augen.

Die Diskussion über den Einsatz von KI hat auch andere Geistliche im Landkreis Aichach-Friedberg erreicht. Pater Steffen Brühl aus Friedberg zum Beispiel nutzt KI für Recherchen, Formulierungsvorschläge und sogar zur Bildgestaltung. Er hat sogar einen Comic über die heilige Afra mit Hilfe von KI entwickelt. Brühl sieht jedoch die Gefahr, dass Menschen durch den Einsatz solcher Technologien zu bequem werden könnten. Auch Pfarrer Thomas Rein aus Pöttmes hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Er hat KI zwar ausprobiert, lehnt es aber ab, Predigten vollständig von Maschinen schreiben zu lassen, da er mehr Gefahren als Nutzen darin sieht.

Die kritische Stimme des Papstes

Ein gewichtiger Punkt in dieser Diskussion ist die Warnung von Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“. Er äußert Bedenken, dass Maschinen menschliche Aufgaben übernehmen, insbesondere bei Predigten. Der Papst sieht die Gefahr, dass die Essenz der menschlichen Erfahrung verloren geht, wenn Predigten nicht mehr von Menschen, sondern von Algorithmen verfasst werden. Dies schürt in der Gemeinde die Sorge, dass echte Begegnungen und die emotionale Tiefe in der Seelsorge auf der Strecke bleiben könnten. Pfarrer Christoph Burger aus Kissing, der KI hauptsächlich für Verwaltungsaufgaben und die sprachliche Überarbeitung seiner Manuskripte einsetzt, teilt diese Bedenken. Seiner Meinung nach muss die Botschaft von Menschen kommen, um in Krisensituationen wirklich helfen zu können.

Ein gespaltenes Bild der KI

Während einige Pfarrer KI als wertvolles Werkzeug betrachten, das, wenn richtig eingesetzt, die Arbeit erleichtern kann, sind andere skeptisch. Professor Dr. Dominik Bösl von der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft hält viele Ängste in Bezug auf KI für überzogen. Er sieht die Vorstellung einer selbstbewussten Maschine als unrealistisch an. Diese unterschiedlichen Ansichten zeigen, wie gespalten die Meinungen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Kirche sind. Die einen sehen darin eine Chance zur Effizienzsteigerung, die anderen warnen vor einer Abhängigkeit von der Technologie.

Wie sich diese Debatte weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Kirchen stehen vor der Herausforderung, den richtigen Weg im Umgang mit KI zu finden, ohne die menschliche Verbindung, die für die Seelsorge so wichtig ist, zu verlieren. Es bleibt spannend, wie sich dieser Dialog zwischen Tradition und Technologie entfalten wird.

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