In Bayern steht ein bedeutender Wendepunkt in der Schullandschaft bevor: Die Abiturprüfungen für den ersten Jahrgang des neuen neunjährigen Gymnasiums (G9) beginnen am Mittwoch, den 22. April 2026. Nach mehr als 20 Jahren G8, das 2004/05 eingeführt wurde, kehren die Schulen nun zu den gewohnten Verhältnissen zurück. Im vergangenen Schuljahr fielen die Abiturprüfungen aufgrund des Wechsels von G8 auf G9 weitestgehend aus, was die Vorfreude auf die bevorstehenden Prüfungen umso größer macht. In Bayern nehmen insgesamt rund 29.000 Schülerinnen und Schüler an den Prüfungen teil, während es im Vorjahr aufgrund der Umstellung lediglich etwa 5.900 waren. Diese Informationen entstammen einem Bericht der Augsburger Allgemeinen.

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind 210 Schüler betroffen. Details zur genauen Anzahl der Prüflinge sowie zum Ablauf der Prüfungen stehen jedoch noch aus. Die Abiturprüfungen finden in fünf Fächern statt, davon drei schriftlich und zwei mündlich. G9-Kandidaten haben hierbei im Vergleich zu ihren Vorgängern im G8-System mehr Freiheiten bei der Wahl ihrer Prüfungsfächer. Kultusministerin Anna Stolz bezeichnet die neue Oberstufe als besondere Errungenschaft und betont, dass die Reform mehr inhaltliche und zeitliche Freiräume schaffen soll.

Details zu den Prüfungen

Die schriftlichen Prüfungen beginnen am 22. April und enden am 13. Mai, während die mündlichen Prüfungen vom 18. Mai bis zum 12. Juni stattfinden. Die Abiturzeugnisse werden am 26. Juni übergeben. Abiturienten müssen in der Regel drei der fünf Prüfungen in Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau ablegen, was in der Regel Deutsch und Mathematik sowie ein weiteres Fach bedeutet. Neu ist, dass nur eine der Prüfungen in Deutsch oder Mathematik schriftlich sein muss.

Für die Bewertung der Abiturprüfung wird ein Punktesystem verwendet, in dem die Gesamthöchstpunktzahl 840 Punkte beträgt. Um die allgemeine Hochschulreife zu erhalten, müssen bestimmte Punktzahlen in verschiedenen Bereichen erreicht werden. So sind beispielsweise mindestens 280 Punkte in der Abiturgesamtnote erforderlich, und es dürfen keine Leistung von 0 Punkten in relevanten Fächern gegeben sein. Weitere Informationen zu den Bewertungskriterien sind in der Wikipedia zu finden.

Auswirkungen auf die Hochschulen

Die Hochschulen in Bayern erwarten trotz der größeren Gruppe an Abiturienten keine signifikanten Auswirkungen auf die Einschreibezahlen. Die Technische Universität München (TUM) und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) rechnen mit stabilen Erstsemesterzahlen. Die Universität Erlangen-Nürnberg hat ebenfalls festgestellt, dass der Effekt des fehlenden Abiturjahrgangs gering war. Diese Einschätzung lässt darauf schließen, dass die Umstellung von G8 auf G9 gut vorbereitet wurde und die Hochschulen sich flexibel auf die neue Situation einstellen können.

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Insgesamt markiert die Rückkehr zum G9 eine bedeutende Veränderung im Bildungssystem Bayerns, die sowohl Schüler als auch Lehrkräfte vor neue Herausforderungen und Chancen stellt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Reform langfristig auf die Bildungsausbildung und die Hochschulzulassungen auswirken wird.