Im beschaulichen Landkreis Altötting hat sich kürzlich ein Vorfall ereignet, der nicht nur die Gemüter bewegt, sondern auch das Augenmerk auf die Schattenseiten des Glaubens an übernatürliche Kräfte lenkt. Eine Frau aus der Region ist auf eine betrügerische Wahrsagerin hereingefallen und hat dabei einen niedrigen sechsstelligen Geldbetrag verloren. Die Geschichte ist tragisch und lehrreich zugleich, denn sie zeigt auf, wie verletzlich Menschen in Zeiten der Unsicherheit sein können.
Die Geschädigte wandte sich an die Wahrsagerin mit der Hoffnung, ihre familiären Schicksalsschläge abwenden zu können. Die vermeintliche Hellseherin versprach Hilfe in Form von religiösen Ritualen, die jedoch einen hohen Preis hatten. Diesem Angebot fiel die Frau zum Opfer und übergab in mehreren Teilbeträgen Geld – insgesamt summierte sich der Betrag auf einen niedrigen sechsstelligen Bereich. Ein weiteres Treffen zur Geldübergabe sollte am 22. April stattfinden. Die Polizei griff jedoch rechtzeitig ein, als die beiden tatverdächtigen Frauen, 54 und 29 Jahre alt, aus Ingolstadt, das Geld im Stadtgebiet von Altötting abholten.
Festnahmen und Ermittlungen
Die beiden Frauen, griechische Staatsangehörige, wurden festgenommen, und die Staatsanwaltschaft sowie die Kripo Traunstein ermitteln nun in diesem Fall. Bei Durchsuchungen in Ingolstadt und einem weiteren Bundesland wurden Beweismittel sichergestellt. Die 54-Jährige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, während die 29-Jährige vorerst auf freiem Fuß bleibt. Die Ermittlungen gegen sie laufen jedoch weiter, da die Polizei die Rollenverteilung der beiden Frauen und potenzielle Mittäter untersucht. Zudem könnte es weitere Geschädigte geben.
In Anbetracht solcher Vorfälle gibt die Polizei wichtige Präventionshinweise. Misstrauen ist geboten, wenn Wahrsagerinnen oder Hellseher hohe Geldbeträge verlangen. Es ist ratsam, keine größeren Bargeldsummen an Unbekannte zu übergeben und Gespräche abzubrechen, wenn Druck aufgebaut wird. Zudem sollte man im Zweifelsfall rechtzeitig die örtliche Polizeidienststelle kontaktieren oder den Polizeinotruf 110 wählen. Diese Ratschläge sind besonders wichtig, um in Zukunft ähnliche Betrugsfälle zu verhindern. Hier geht es zur Quelle.
Die Angst vor Kriminalität
Dieser Vorfall wirft auch ein Licht auf die allgemeine Kriminalitätsfurcht in Deutschland. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 haben fast 40 Prozent der Befragten Angst, Opfer einer Straftat zu werden. Obwohl die Gesamtzahl der Straftaten 2024 im Vergleich zu 2023 um 1,7 Prozent gesunken ist, ist die subjektive Kriminalitätsfurcht oft nicht im Einklang mit diesen Zahlen. Diese Diskrepanz kann zu einem Gefühl der Unsicherheit führen, das sich leicht in der Gesellschaft verbreitet.
Besonders bemerkenswert ist, dass Frauen und ältere Menschen häufig ein höheres Angstgefühl verspüren, obwohl sie statistisch gesehen das geringste Risiko haben, Opfer einer Straftat zu werden. Es zeigt sich, dass die Berichterstattung über spektakuläre Gewaltdelikte, die manchmal überproportional an die Öffentlichkeit gelangt, die Wahrnehmung von Kriminalität verzerrt. Der „Lupeneffekt“ sorgt dafür, dass die Angst vor Verbrechen, insbesondere vor solchen, die mit Gewalt verbunden sind, stärker ausgeprägt ist, als es die tatsächlichen Fallzahlen nahelegen.
Die Gesellschaft ist in einem ständigen Wechselbad der Gefühle, wenn es um Sicherheit geht. Krisen und Umbrüche, wie die Fluchtzuwanderung oder der Ukraine-Krieg, verstärken oft das Gefühl der Unsicherheit und der Angst vor Kriminalität. Psychologische Faktoren, wie ein autoritäres Weltbild oder ein starkes Sicherheitsbedürfnis, tragen ebenfalls dazu bei. Umso wichtiger ist es, sich nicht von Angst leiten zu lassen, sondern die Realität im Blick zu behalten und auf Prävention zu setzen, um das Gefühl von Kontrollverlust zu verringern. Hier geht es zur Quelle.