In Amberg hat die Polizei in der Oberpfalz eine alarmierende Warnung ausgesprochen. Seit einigen Wochen gibt es eine besorgniserregende Häufung von Betrugsfällen, bei denen insbesondere russischsprachige Senioren ins Visier der Täter geraten. Die neuen Betrugsmaschen, die von sogenannten „Russischen Callcentern“ ausgehen, haben bereits mehrere Opfer gefordert. Eine 76-jährige Seniorin aus Amberg fiel auf diese perfide Masche herein, als sie am 28. Mai einen Anruf von einem unbekannten Täter erhielt. Der Anrufer gab vor, dass ihre Tochter in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt war und forderte sie auf, eine Kaution für die Freilassung ihrer Tochter zu zahlen. Geschockt über die Nachricht übergab die Seniorin einen mittleren fünfstelligen Betrag an einen Geldabholer, der sich danach schnell vom Tatort entfernte. Erst später wurde der Betrug erkannt, und die Polizei wurde informiert. Trotz umfangreicher Fahndungsmaßnahmen konnte der Geldabholer nicht gefasst werden. Die Polizei rät daher eindringlich, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen (Quelle).
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 26. Mai im Raum Donauwörth, wo eine 90-jährige Frau Opfer eines Schockanrufes wurde. Hier meldete sich ebenfalls ein Anrufer mit unterdrückter Rufnummer, der sich als Mitarbeiter eines Krankenhauses ausgab. Er behauptete, die Tochter der Seniorin habe einen schweren Unfall gehabt und benötige dringend 25.000 Euro für Behandlungskosten. Die Situation wurde derart dramatisiert, dass die Frau unter Druck gesetzt wurde und schließlich etwa 5.000 Euro in bar an einen unbekannten Abholer übergab. Dieser forderte sogar mehr Geld, was die Seniorin dazu brachte, zur Bank zu gehen, um weitere 10.000 Euro abzuheben. Glücklicherweise hatte der Geschäftsstellenleiter der Bank Verdacht geschöpft und verweigerte die Auszahlung. Nach Rücksprache mit dem Krankenhaus stellte sich heraus, dass die Tochter der Frau nicht in Behandlung war. Auch dieser Fall wird dem Phänomen der „Russischen Callcenter“ zugeordnet (Quelle).
Ratschläge der Polizei und Prävention
Die Polizei warnt nicht nur vor diesen besonders hinterhältigen Anrufen, sondern gibt auch praktische Tipps, um sich vor derartigen Betrugsversuchen zu schützen. Dazu gehört, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, auch wenn angebliche Polizisten oder andere Autoritäten anrufen. Ein vereinbartes Codewort für Notfälle mit Angehörigen kann ebenfalls helfen, die Situation zu klären. Bargeld oder Wertgegenstände sollten niemals an Unbekannte übergeben werden, und im Zweifelsfall ist es ratsam, einfach aufzulegen und die Polizei unter der Nummer 110 zu informieren. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da Betrüger oft versuchen, Vertrauen aufzubauen, indem sie sich als Amtspersonen oder andere vermeintlich vertrauenswürdige Personen ausgeben.
Die Polizei weist darauf hin, dass Betrug und Diebstahl an der Haustür vor allem ältere Menschen betreffen. Täter treten oft in verschiedenen Rollen auf, um sich Zugang zu den Wohnungen ihrer Opfer zu verschaffen. Es ist nicht nur wichtig, vorsichtig zu sein, wenn man unbekannte Personen in die Wohnung lässt, sondern auch bei Telefonanrufen. Das Sicherheitsgefühl älterer Menschen hat in den letzten Jahrzehnten stark gelitten, obwohl sie statistisch gesehen seltener Opfer von Straftaten werden. Die Angst vor kriminellen Bedrohungen bleibt jedoch bestehen, und die Gesellschaft sollte diesen Menschen mehr Unterstützung bieten, um ihnen ein sicheres Leben zu ermöglichen (Quelle).
