Rückkehr der Bleistiftzeichnung von Ernst Ludwig Kirchner nach Aschaffenburg
Heute ist der 8.07.2026 und in Aschaffenburg gibt es Grund zur Freude! Eine ganz besondere Rückkehr sorgt für Aufregung in der Stadt: Eine Bleistiftzeichnung von Ernst Ludwig Kirchner, die eine Lokomotive mit Waggons darstellt, kam nach vielen Jahren zurück. Die Zeichnung, die im Januar 1884 entstand, gilt als das früheste bekannte Werk des berühmten Expressionisten, der 1880 in Aschaffenburg geboren wurde und dort die ersten vier Jahre seines Lebens verbrachte. Kirchner selbst schrieb 1916 an einen Freund über seine Kindheitserinnerungen, die von seinen Erlebnissen am Fenster geprägt waren, wo er oft zeichnete.
Die Rückkehr der Zeichnung ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit für die Stadt, sondern auch eine kulturelle Sensation. Thomas Schauerte, der Direktor der Aschaffenburger Museen, bezeichnete diesen Moment als ein Highlight. Brigitte Schad, die Leiterin des Kirchnerhauses, holte die Zeichnung persönlich in der Schweiz ab und verriet, dass sie 20 Jahre auf diesen Tag gewartet haben. Eberhard W. Kornfeld, ein Schweizer Sammler und Kirchner-Experte, hatte versprochen, die Zeichnung dem Kirchnerhaus zu schenken, sobald das Gebäude saniert wird. Diese Sanierung wurde 2013 und 2014 abgeschlossen, und nach Kornfelds Tod erfuhren seine Erben von dem Versprechen und entschieden sich schließlich, die Zeichnung zu übergeben.
Ein langer Weg zurück
Der Weg zurück nach Aschaffenburg war alles andere als einfach. Das Kirchner-Haus bemühte sich viele Jahre um die Rückkehr des wertvollen Kunstwerks. Die Bleistiftzeichnung, die im Kirchner-Haus-Museum, dem Geburtshaus des Künstlers in der Ludwigstraße, ausgestellt wird, ist lichtempfindlich und kann aus konservatorischen Gründen nur selten präsentiert werden. Heute wurde die Zeichnung im Rahmen einer Pressevorführung einem Fachpublikum vorgestellt. Diese Präsentation fand im Zusammenhang mit dem Gunter-Ulrich-Preis statt, bei dem die Werke junger Gewinner gezeigt werden.
Kirchner selbst erinnerte sich an seine Kindheit am Bahnhof, wo die vorbeifahrenden Züge ihn inspirierten. Komischerweise schuf er 1935 nach der Kinderzeichnung sogar einen Holzschnitt. Diese Verbindung zu seiner Kindheit macht die Zeichnung noch wertvoller und gibt einen intimen Einblick in das frühe Schaffen des Künstlers.
Ein Blick in die Zukunft
Die Rückkehr der Zeichnung ist jedoch nicht das Ende der Geschichte. Zunächst wird sie im Depot aufbewahrt, aber für 2027 ist eine monographische Ausstellung zum grafischen Werk Kirchners geplant, in der die Zeichnung präsentiert werden soll. Es bleibt abzuwarten, wie das Publikum auf diese bedeutende Rückkehr reagieren wird. Eines ist sicher: Aschaffenburg hat einen weiteren Grund, stolz auf sein kulturelles Erbe zu sein.
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